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„Jeder Soldat ist auch Diplomat“ ‒ Hallo war zu Besuch im Generalkonsulat der USA

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Das US-Generalkonsulat gibt es seit 1835 in München, heute ist der Sitz in der Maxvorstadt. Generalkonsul Timothy Liston ist seit Juli 2021 für etwa 45.000 US-Staatsbürger in Bayern zuständig.
Das US-Generalkonsulat gibt es seit 1835 in München, heute ist der Sitz in der Maxvorstadt. Generalkonsul Timothy Liston ist seit Juli 2021 für etwa 45.000 US-Staatsbürger in Bayern zuständig. © Generalkonsulat München

In München ist die Welt zuhause: 45 General- und 82 Honorarkonsulate gibt es in Bayern – die meisten davon natürlich in der Landeshauptstadt. In der aktuellen Serie hat sich Hallo bei den spannendsten Konsulaten der Stadt umgesehen – etwa dem US-Generalkonsulat an der Königinstraße.

München - Für Timothy Liston könnte es kaum einen schöneren Arbeitsplatz geben. „Wirklich ein Traum“, schwärmt er vom US-Generalkonsulat, das seit 1958 am Englischem Garten sein Domizil hat. Von dort aus stattet der Generalkonsul zu Fuß nicht nur gern den Eisbach-Surfern einen Besuch ab, sondern auch Bayerns Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann. „Unser Standort spiegelt die enge Beziehung perfekt wider“, sagt Liston.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

US-Generalkonsulat München: Konsul Timothy Liston über in Bayern stationierte US-Soldaten

Ein Grund dafür ist dem Generalkonsul aus New Jersey zufolge die Stationierung von US-Streitkräften in Bayern seit über 70 Jahren. „Viele Menschen haben zum Beispiel Erinnerungen daran, dass sie als Kind Süßigkeiten von unseren GIs bekommen haben“, erklärt Liston.

Zwar ist das Generalkonsulat in München nicht für die Soldaten zuständig. „Aber ich sehe sie auch als 20.000 Diplomaten, weil sie hier mitten im täglichen Leben stehen.“ Einen Abzug der Truppen – wie ihn Ex-Präsident Donald Trump 2020 forciert hatte – sieht Liston daher kritisch. „Diese Präsenz ist ein ganz wichtiger Teil der europäischen Sicherheit. Aber auch auf der menschlichen Ebene. Das weiß man auf beiden Seiten zu schätzen.“

Konsulats-Schmuckstück: eine Replik der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Gemeinsame Werte hält Generalkonsul Timothy Liston auch bei den transatlantischen Beziehungen hoch.
Konsulats-Schmuckstück: eine Replik der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Gemeinsame Werte hält Generalkonsul Timothy Liston auch bei den transatlantischen Beziehungen hoch. © Romy Ebert-Adeikis

US-Generalkonsulat München: Arbeit aktuell im Zeichen der Sicherheitskonferenz

In München ist der Erhalt genau dieser Sicherheit am Wochenende das vorherrschende Thema – bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Für die Auslandsvertretungen in der Stadt ist diese ein logistischer Kraftakt: Hochrangige Politiker und Experten müssen vom Flughafen in die Sicherheitszone oder zu ihren Hotels gebracht, Pressevertreter koordiniert werden. Während der Konferenz arbeiten darum im Münchner US-Generalkonsulat, das allein etwa 100 Mitarbeiter hat, auch Diplomaten aus anderen US-Vertretungen in Deutschland.

Wegen der Pandemie-Vorkehrungen ist der Aufwand heuer noch größer. Trotzdem ist Liston froh, dass die Sicherheitskonferenz stattfinden kann – wegen der angespannten Lage in der Ukraine. Wegen dieser wurden gerade erst US-Truppen von Bayern nach Rumänien geschickt. Droht ein neuer Kalter Krieg? „Das wollen wir unbedingt vermeiden“, sagt Liston, betont aber: „Die Nato hat diese Krise nicht verursacht. Wir würden unsere Truppen nie verlegen, hätte Russland die Ukraine nicht umzingelt.“

US-Generalkonsul: Gute Beziehung wichtig für globale Herausforderungen

Weil es immer mehr globale Herausforderungen gäbe, sei eine gute transatlantische Beziehung wichtiger denn je, glaubt Liston. „Ein Grundstein dafür sind Austauschprogramme“, so der Diplomat. „Die will ich weiter pflegen.“ Und auch in München sei die US-deutsche Verbindung lebendig – durch die Städtepartnerschaft mit Cincinnati oder das Amerikahaus.

So fördert die Diplomatie auch die Bayerische Wirtschaft

Microsoft, Google, IBM: Zig US-amerikanische Firmen – vor allem aus der Technologie-Branche – haben heute Standorte im Großraum München. Das Halbleiter-Unternehmen Texas Instruments ist sogar seit 1951 hier aktiv. Andererseits gibt es über 750 bayerische Unternehmen in den USA. „Die wirtschaftliche Verbindung geht sehr tief“, sagt US-Generalkonsul Timothy Liston.

Solche Beziehungen zu fördern ist das Ziel des „U.S. Commercial Service“, der im Münchner Generalkonsulat angesiedelt und vergleichbar mit deutschen Auslandshandelskammern ist. Auch die Vertretungen vieler anderer Länder in München haben hier solche Abteilungen.

Zuletzt hatte Apple angekündigt etwa eine Milliarde Euro für einen Standort in München zu investieren. Warum reizt das „Isar Valley“ so viele US-Unternehmen? „Das fängt mit der Bildung an, die Münchner Universitäten sind Weltklasse“, findet Liston. So haben Studenten der TU München bereits drei Technologie-Wettbewerbe von Tesla-Gründer Elon Musk gewonnen. Ein weiterer Grund für den Generalkonsul: „München und Bayern haben auch viel in Wirtschaftsprogramme investiert.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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