200 Jahre städtische Friedhöfe: Der Pullacher Friedhof

Altes Flair in neuem Glanz

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Nach zweijähriger Sanierung und Erweiterung wird das Friedhofsgebäude in Pullach am Freitag, 5. April, nun wieder offiziell eröffnet.

Pullach – Alles neu auf dem Friedhof der Isartalgemeinde: Nachdem die zahlreichen Grabsteine und Gebäude jahrzehntelang Wind und Wetter getrotzt haben, wurde der Gottesacker für zwei Jahre saniert

Jubiläum „200 Jahre städtische Friedhöfe“: In der Hallo-Serie stellen wir Gesichter, Anekdoten und Besonderheiten der bekanntesten Münchner Gottesäcker vor. Heute: der Pullacher Friedhof.

Viele der Grabsteine trotzen seit Jahrzehnten Wind und Wetter. In den grauen Furchen bildet sich an manchen Stellen Moos. Der weiße Putz der Aussegnungshalle strahlt im grellen Licht der Frühlingssonne – und wirkt im Gegensatz zum Rest des 1896 gegründeten Pullacher Friedhofs paradoxerweise fast leblos. Das wird sich aber am Freitag ändern, wenn das neue Gebäude nach zwei Jahren Bauzeit eingeweiht wird.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ist froh, dass die Renovierungsmaßnahmen geglückt sind.

2 700 Gräber gibt es auf dem Friedhof in Pullach. Hier haben viele Ehrenbürger und Altbürgermeister der Gemeinde ihre letzte Ruhe gefunden. Der Schauspieler Michl Lang wurde 1979 beerdigt. Nach ihm ist der Michl-Lang-Weg in Pullach benannt. Auch Hermann Linde wurde auf dem Friedhof bestattet. Er war Vorstand der Linde AG. Die ersten Gebäude auf dem Gelände errichtete die Gemeinde in den 1960er Jahren.

„Bei der Erneuerung der Friedhofsgebäude hat sich der Gemeinderat für die Variante entschieden: Neues schaffen, Altes bewahren. Ich bin froh darüber, dass uns dieser Ansatz so gut geglückt ist“, kommentiert Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) die Renovierungsmaßnahmen. Die Kosten für den Umbau des Lagerplatzes an der Wurzelseppstraße zum provisorischen Werkhof während der Bauzeit und den Umbau der Friedhofsgebäude an der Münchener Straße lagen insgesamt bei 5,8 Millionen Euro.

Der Friedhof der Isartalgemeinde Pullach wurde 1896 gegründet. Er umfasst eine Fläche von circa fünf Hektar und beherbergt circa 2700 Gräber.

Besonders begeistert ist Tausendfreund vom Oberlicht in der neuen Aussegnungshalle: „Dadurch gelangt viel natürliches Licht in den Raum. Das unterstreicht die schlichte Eleganz der Architektur – und sorgt für Wärme und Geborgenheit.“ Entworfen wurde das Gebäude vom Architekten Stefan Holzfurtner. Trotz neuem Gesicht ist in der Aussegnungshalle immer noch etwas Altes zu finden: Die Buntglasfenster aus der vorherigen Aussegnungshalle werden weiterhin im Foyer zu sehen sein.

Sophia Oberhuber

Die Wiedereröffnung findet am Freitag, 5. April, ab 17 Uhr statt. Führungen mit den Architekten werden bereits um 15, 15.30 und 16 Uhr angeboten.

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