1. hallo-muenchen-de
  2. Serien

Partnerschaft zum Jubiläum? - Hallo war zu Besuch im chinesischen Generalkonsulat in Obersendling

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Romy Ebert-Adeikis

Kommentare

Defa Tong steht seit September 2021 dem chinesischen Generalkonsulat mit 40 Mitarbeitern vor.
Defa Tong steht seit September 2021 dem chinesischen Generalkonsulat mit 40 Mitarbeitern vor. © Romy Ebert-Adeikis

In München ist die Welt zuhause: 45 General- und 82 Honorarkonsulate gibt es in Bayern – die allermeisten davon in der Landeshauptstadt. In einer neuen Serie wagt sich Hallo aufs diplomatische Parkett und hat sich in einigen der spannendsten Konsulate der Stadt umgesehen. Anlässlich der Olympischen Spiele beginnen wir mit dem Generalkonsulat der Volksrepublik China in Obersendling.

München - In den nächsten Tagen schaut die ganze Welt nach China: Am Freitag, 4. Februar, eröffnen in Peking die Olympischen Winterspiele 2022. „Die Stadt ist dann die einzige, in der sowohl Sommer- als auch Winterspiele stattgefunden haben“, sagt Defa Tong nicht ohne Stolz. Der 51-Jährige vertritt die Volksrepublik China in München, das Generalkonsulat an der Obersendlinger Hofmannstraße ist das größte in Europa. „Bayern ist für uns ein ganz besonderer Staat“, erklärt Tong.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Generalkonsulat der Volksrepublik China: Defa Tong über die Beziehung zwischen Deutschland und China

Circa 30.000 Menschen mit chinesischem Hintergrund leben im Freistaat, über 700 Firmen aus dem „Reich der Mitte“ haben hier einen Standort. „Vor der Pandemie kamen zudem jährlich etwa 500.000 chinesische Touristen nach Bayern“, sagt der Generalkonsul. Und: Mit Franz Josef Strauß reiste 1975 ein Münchner als erster Politiker der BRD nach China. Diplomatische Kontakte haben die beiden Länder schon früher aufgenommen – vor exakt 50 Jahren. „Das werden wir sicherlich auch in München feiern. Die zuständigen Stellen beider Länder stehen dafür in engem Kontakt“, sagt Tong.

Seit 1972 habe die Beziehung zwischen Deutschland und China – vor allem wirtschaftlich – große Fortschritte gemacht, betont der Generalkonsul. Für seine Amtszeit in München hat er sich vorgenommen, auch das Image seines Landes zu verändern. „Der Großteil der Deutschen reist nicht nach China. Was sie über unser Land wissen, wissen sie aus den Medien“, erklärt Tong. Welche seiner Meinung nach ein falsches Bild zeichnen würden. „China ist bei weitem nicht so, wie dargestellt.“

Das Chinesische Generalkonsulat sitzt seit 1997 in Obersendling. Seit September sitzt Defa Tong dem Konsulat vor und ist zuständig für circa 30.000 Menschen mit chinesischem Bezug in Bayern.
Das Chinesische Generalkonsulat sitzt seit 1997 in Obersendling. Seit September sitzt Defa Tong dem Konsulat vor und ist zuständig für circa 30.000 Menschen mit chinesischem Bezug in Bayern. © Romy Ebert-Adeikis

Kritik am Staat China: Generalkonsul Tong wehrt Vorwürfe ab

Sobald kritische Themen angesprochen werden, hält sich Tong streng an die Staatslinie. Dass Länder wie die USA oder Australien wegen – dokumentierter – Menschenrechtsverletzungen etwa gegen die Minderheit der Uiguren, keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Spielen schicken, ist für den Generalkonsul schlicht eine Verzerrung. „Das sind Ausreden für einen Angriff auf unser Land. In China werden keine Menschenrechte verletzt. Wenn es wirklich einen Genozid gäbe, wie kann die Zahl der Uiguren dann so schnell wachsen?“ Der Grund der Angriffe sei der Wirtschaftserfolg Chinas und das Festhalten am kommunistischen System.

Chinesische Partnerstadt für München: das sagt der Stadtrat zum Wunsch des Generalkonsuls

Stattdessen setzt Tong auf gute persönliche Kontakte. So hat Bayern seit 1987 mit der chinesischen Provinz Shandong eine Partnerschaft, 2014 kam die Provinz Guangdong dazu. Jetzt möchte der Generalkonsul eine Ebene tiefer gehen. „Ich will eine chinesische Partnerstadt für München finden“, sagt der Diplomat.

Aus Münchner Sicht ist das eher unwahrscheinlich. Wunsch des Stadtrats sei es, zunächst bestehende Beziehungen zu vertiefen. „Da aus diesen Gründen die Sorge besteht, neuen Partnerstädten nicht in einem angemessenen Umfang gerecht werden zu können, sollen bis auf Weiteres keine neuen Verbindungen eingegangen werden“, sagt ein Stadtsprecher. Tong bleibt optimistisch. „Ich hoffe, dass ich in meiner Amtszeit die Stadt davon überzeugen kann. Es gäbe viele Gemeinsamkeiten – zum Beispiel die Affinität für moderne Technologien.“

Ein bisschen China im Münchner Westpark

Die Gartenbaukultur des „Reichs der Mitte“ können Münchner im Westpark erleben. Hier wurde 1983 im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung ein chinesischer Garten angelegt. Die Gärtner kamen dafür extra aus Guangdong. Es war die erste Beteiligung der Volksrepublik China an einer europäischen Schau dieser Art.

General- oder Honorarkonsul?

Der größte Unterschied zwischen General- und Honorarkonsulaten besteht bei den Konsuln. Während erstere hauptberufliche Diplomaten sind und von ihrem Herkunftsland ausgesandt werden, vertreten Honorarkonsule ein Land auf ehrenamtlicher Basis. Sie sind meist deutsche Staatsangehörige, die aber einen starken Bezug zu dem jeweiligen Land haben. Häufig handelt es sich dabei um Vertreter von großen deutschen Unternehmen. 

Quelle: www.hallo-muenchen.de

Auch interessant

Kommentare