200 Jahre städtische Friedhöfe: Der Nymphenburger Friedhof

Deshalb sind hier noch Grüfte frei

Ein Blick in den Nymphenburger Friedhof.
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Ein Blick in den Nymphenburger Friedhof.
Ein Ärgernis mitten im Nymphenburger Friedhof: Wo einst das Grab von Peter Linderl war, auf dessen Grund der Friedhof errichtet wurde, ist jetzt ausgerechnet der Abfallplatz.
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Ein Ärgernis mitten im Nymphenburger Friedhof: Wo einst das Grab von Peter Linderl war, auf dessen Grund der Friedhof errichtet wurde, ist jetzt ausgerechnet der Abfallplatz.
Rechts zu sehen: Die Tafel mit dem Namen der Englischen Fräulein, die einst in den dortigen Grüften beigesetzt waren.
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Rechts zu sehen: Die Tafel mit dem Namen der Englischen Fräulein, die einst in den dortigen Grüften beigesetzt waren.
Eine Besonderheit dort: die Arkadenhalle mit Grüften.
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Eine Besonderheit dort: die Arkadenhalle mit Grüften.
Berhard Wicki (1919-2000), Schauspieler und Regisseur, liegt hier begraben.
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Berhard Wicki (1919-2000), Schauspieler und Regisseur, liegt hier begraben.
Das Bild zeigt ein Gräberfeld mit den Ruhestätten von Nonnen der Englischen Fräulein.
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Das Bild zeigt ein Gräberfeld mit den Ruhestätten von Nonnen der Englischen Fräulein.
Entdeckung zwischen Gräbern: ein Entenpaar schaut sich um.
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Entdeckung zwischen Gräbern: ein Entenpaar schaut sich um.
Das Grabkreuz von Eugen Roth (1895-1976), dem unvergessenen Dichter, Autor, Schriftsteller und Humorist.
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Das Grabkreuz von Eugen Roth (1895-1976), dem unvergessenen Dichter, Autor, Schriftsteller und Humorist.

Nymphenburg – Er ist einer der drei Münchner Friedhöfe mit „beschränktem Bestattungsbetrieb“. Welche Regelung sich hinter diesem Begriff verbirgt und wer hier begraben liegt, lesen Sie hier.

Jubiläum „200 Jahre städtische Friedhöfe“: In der Hallo-Serie stellen wir Gesichter, Anekdoten und Besonderheiten der bekanntesten Münchner Gottesäcker vor. Heute: der Nymphenburger Friedhof.

Eugen Roth, Ruth Leuwerik, Bernhard Wicki, Wolfgang Huck, Josef Singer, Familie Reischenbeck – auf den Grabsteinen und -kreuzen im Nymphenburger Friedhof an der Maria-Ward-Straße 10 finden sich viele bekannte Namen. Die verstorbenen Künstler, Unternehmer, Politiker, Modeschöpfer haben mit den dort beigesetzten Ordensschwestern und Bürgern aus der Nachbarschaft eines gemeinsam: Sie erfüllen die strengen Vorgaben, um dort überhaupt eine der 360 Grabstellen bekommen zu können.

Der 1875 eröffnete Gottes-Acker gehört neben dem Winthirfriedhof in Neuhausen und dem Friedhof Bogenhausen zu den drei Münchner Friedhöfen mit „beschränktem Bestattungsbetrieb“. Das heißt: Um dort die letzte Ruhe finden zu können, muss man entweder seinen Hauptwohnsitz mindestens 30 Jahre lang im Bestattungsbezirk des Friedhofs gehabt haben – und auch dort gestorben sein – oder man war prominent und hat sich um die Stadt München besonders verdient gemacht.

Diese Auswahlkriterien gehören auch zu den meistgestellten Fragen bei den Führungen, die Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen seit 20 Jahren auf dem Nymphenburger Friedhof anbietet. „Die sind immer gut besucht.“ Schröther kennt nämlich viele Geschichten: von Künstlerallüren, einem verschwundenen Grabstein und un­ehelichen Töchtern.

Belegungseinschränkungen gab es dort übrigens schon ab 1899 – seit der Eingemeindung Nymphenburgs nach München. „1898 wurde der Westfriedhof eröffnet und die Stadt hielt zwei Friedhöfe für Nymphenburg für unnötig“, erklärt Schröther. 1944 wurde der kleine Gottes-Acker geschlossen und 1955 mit den heute noch geltenden Beschränkungen wiedereröffnet. Acht bis zehn Beerdigungen finden laut Schröther pro Jahr dort statt. Es herrscht nahezu Vollbelegung. Ausnahme: „Grüfte sind noch frei“, weiß er. Die sechs Gruftkammern dort befinden sich unter der Arkadenhalle. Rund 100 Jahre lang hatten zum Beispiel die Englischen Fräulein eine Doppelgruft gemietet. Es gibt die Gruft auch schon ab 30 Jahren Mietdauer.

Ursula Löschau

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