1. hallo-muenchen-de
  2. Serien

Seniorenbeiräte im Münchner Osten: Au-Haidhausen fordert Digitalisierung und Barrierefreiheit

Erstellt:

Von: Katrin Hildebrand

Kommentare

Rumpler und Wolf fordern kostenlose Covid-Tests für Senioren. Auch wollen sie Arztpraxen in Altbauten barrierefrei zugänglich machen und mehr Bänke am Weißenburger Platz aufstellen.
Rumpler und Wolf fordern kostenlose Covid-Tests für Senioren. Auch wollen sie Arztpraxen in Altbauten barrierefrei zugänglich machen und mehr Bänke am Weißenburger Platz aufstellen. © Katrin Hildebrand

Sie vertreten die Interessen aller Münchner ab 60: die Mitglieder der Seniorenvertretung. Zu Beginn der neuen Amtszeit hat Hallo die neu oder wiedergewählten Beiräte getroffen – um über die Belange, Probleme oder Chancen in den jeweiligen Vierteln zu sprechen.

Au-Haidhausen Rausgehen, Menschen ansprechen: Bettina Rumpler und Günter Wolf wollen wieder mit den Senioren in Kontakt kommen – nach all den Corona-Hindernissen. „Wir haben vor, auf den Wochenmärkten in Au-Haidhausen einen Info­stand aufzubauen“, sagt Rumpler. „Damit die Leute wissen, dass es uns gibt. Zudem wollen wir wieder Einrichtungen wie Altenheime besuchen.“

Seniorenvertretung in Au-Haidhausen: Das bewegt die Vertreter

Rumpler, 68, und Wolf, 70, sind alte Hasen in der Seniorenvertretung. In den kommenden vier Jahren werden sie von Thomas Ranft, Helene Filous, Antonette Wagner und Maria Holzner unterstützt. Gemeinsam wollen sie die Digitalisierung der Senioren vorantreiben. „Gut wäre ein betreutes Internet-Café in den ASZ“, erklärt Wolf. „Die Infrastruktur ist da, aber wir bräuchten Freiwillige, die den Älteren bei Problemen am PC helfen. Um in Kontakt zu bleiben, müssen Senioren sich digitalisieren.“

Auch wünschen Rumpler und er sich mehr offizielle Helfer, die in Alten- und Pflegeheime oder nach Hause kommen und dort mit den Senioren quasi vom Sofa aus Behördengänge erledigen, die diese alleine nicht mehr schaffen.

Apropos nicht mehr schaffen: Viele Altbauten im Viertel sind alles andere als barrierefrei. Besonders in Gebäuden mit Arztpraxen sei das ein Ärgernis, findet Wolf. „Zwar ist oft ein Aufzug im Nachhinein eingebaut worden, aber erst ab dem Hochparterre. Die Stufen dorthin müssen Ältere immer noch hochklettern.“ Die Seniorenvertreter wollen sich nun dafür einsetzen, dass zumindest in Bauten, wo Praxen neu eingerichtet werden, alles barrierefrei gemacht wird.

Bequemer sollen es die Senioren auch am Weißenburger Platz haben. Dort stehen zwar schon einige Bänke – doch da geht noch mehr, meint Wolf. „In der Pandemie sitzt man nicht mehr so eng beieinander“, erklärt er.

Rumpler sorgt sich auch sehr um die Armut unter älteren Menschen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir an Betroffene rankommen können. Das Thema ist schambehaftet.“ Eine Forderung, die etwas Linderung bringen könnte, haben sie und Wolf allerdings schon in petto: „Der Covid-Test für alle Menschen ab 65 soll wieder gratis sein.“

Hallo hatte zuvor mit dem Seniorenbeirat aus Bogenhausen und Untergiesing-Harlaching über die Probleme in ihren Vierteln gesprochen.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare