Mehr Präzision dank Roboter-Arm

Modernste Medizintechnik in München: Roboter-Arm  „Mako“ im Einsatz bei Knieprothesen-OPs 

Etwa eineinhalb Meter hoch und weit über 500 Kilogramm schwer ist der neue OP-Assistent „Mako“ von Professor Rüdiger von Eisenhart-Rothe (li.) und Oberarzt Florian Pohlig.
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Etwa eineinhalb Meter hoch und weit über 500 Kilogramm schwer ist der neue OP-Assistent „Mako“ von Professor Rüdiger von Eisenhart-Rothe (li.) und Oberarzt Florian Pohlig.

Der Roboter-Arm Mako“ leitet ein Paradigmenwechsel bei Knieprothesen-OPs ein. Seit Oktober arbeitet das Team um Profesor Rüdiger von Eisenhart-Rothe mit dem Roboter-Arm im rechts der Isar ...

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. Ab dieser Woche stellen wir Ihnen die neuesten und herausragendsten technischen Errungenschaften in Münchens Medizinwelt vor. Im ersten Teil der Serie erklärt Professor Rüdiger von Eisenhart-Rothe vom Klinikum rechts der Isar, wie ein Roboterarm die Gelenk­ersatzoperationen nicht nur technisch revolutioniert.

Ärzte und Fachpflegekräfte sind gefragt, wenn ein Patient eine Gelenkprothese bekommt – im Klinikum rechts der Isar jetzt auch immer öfter Techniker. 

Denn seit Oktober arbeitet das Team um Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Direktor der Klinik für Orthopädie, mit dem Roboter-Arm „Mako“. „Dessen technische Betreuung wird während der Operation durch einen Produktspezialisten gewährleistet“, so Eisenhardt-Rothe. 

„Bei etwa einem Drittel unserer Knie-OPs kommt der Roboter-Arm bereits zum Einsatz.“ 

Ungefähr eine Million Euro hat das computerbasierte Assistenzsystem aus den USA das Klinikum gekostet. In Deutschland ist München nach Hannover die zweite Stadt, in der mit dem „Mako“ gearbeitet wird. 

Circa 1000 Knie- und Hüftprothesen werden im Jahr im Klinikum Rechts der Isar eingesetzt. „Bei etwa einem Drittel unserer Knie-OPs kommt der Roboter-Arm bereits zum Einsatz.“ Dafür werden die Behandlungen an ein bis zwei Tagen in der Woche gebündelt und alle in einem Spezial-Saal durchgeführt. 

Mehr Präzision dank Roboter-Arm

Der große Vorteil des „Mako“ ist seine Präzision. Wurde bisher die Prothese immer so ausgerichtet, dass Hüft-, Knie- und Sprunggelenk gerade in einer Linie stehen, kann sie von Roboterhand nun individuell angepasst werden. 

„Es haben nämlich nur 15 Prozent der Menschen ein ganz gerades Bein“, sagt von Eisenhart-Rothe. Um die individuelle Anpassung zu ermöglichen wird zuerst mithilfe einer Computertomografie ein dreidimensionales Knochenmodell des Knies erstellt. 

So kann die optimale Position der Prothese geplant werden. „Dafür brauchen wir etwa eine Woche Vorlauf.“ Im OP selbst zeigen optische Marker am Knie dem „Mako“ dann, wo das Kniegelenk exakt liegt und erlauben, die Spannung der Kniebänder bei verschiedenen Bewegungen zu bestimmen. Damit erfolgt dann die Feinjustierung der Prothese. 

Weiterentwicklung in neuem Forschungszentrum

„Die individuelle, gesunde Kniegelenks-Mechanik und somit die Beweglichkeit bleiben so nahezu erhalten.“ Will der Operateur den Gelenkersatz dann nach all diesen Vorgaben einsetzen, muss er den Knochen entsprechend genau ausfräsen. 

„Das kann ein Arzt kaum so präzise leisten“, weiß von Eisenhart-Rothe. Aber auch dabei hilft jetzt der Roboter: Er stoppt die Säge, sobald der Arzt außerhalb des vorher definierten Bereiches fräst. 

„Das gibt dem Patienten zusätzliche Sicherheit und spart Knochen.“ Um mit dem „Mako“ arbeiten zu dürfen, müssen die Ärzte einen Kurs der Herstellerfirma absolviert haben. In München wollen sie den Roboter-Arm aber nicht nur anwenden, sondern in einem neuen Forschungszentrum (siehe unten) auch weiterentwickeln. 

Dabei hat von Eisenhart-Rothe vor allem Eines im Sinn: „Es wäre toll, wenn er etwas handlicher werden würde.“ 

Forschungszentrum für Roboter im OP-Alltag

Mit der Munich School of Robotics and Machine Intelligence – allen Robotik-Professuren der TU München – hat das Klinikum rechts der Isar jetzt ein neues Forschungszentrum gegründet. 

Unter dem Namen „Robotics and Machine Intelligence in medicine“ sollen Ärzte, Ingenieure und Informatiker gemeinsam an der Zukunft der Gesundheitsversorgung arbeiten.

„Der nächste Schritt wird sein, im Klinikum Forschungs-OP-­Säle einzurichten, in denen die Robotik möglichst praxisnah anhand von simulierten Operationen weiterentwickelt werden kann“, so Prof. Rüdiger von Eberhart-Rothe. 

Durch die Roboterhilfe verändern sich nicht nur sämtliche OP-Abläufe, sondern auch die Einrichtung des Saals. Neben den Orthopäden arbeiten im Klinikum auch Neurochirurgen und Urologen bereits mit Operations-Robotern.

rea

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