Schneller, schärfer, schonender

Klinikum Neuperlach: Neuer MRT macht in kürzerer Zeit genauere Bilder

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Professor Andrea Rieber- Brambs (Mitte) und Oberärztin Joanna Langer beim neuen MRT, der schnell hochaufgelöste Bilder liefert.

Eine höhere Bildqualität, verkürzte Aufnahmedauern und eine enorme Ressourceneinsparung – diese Vorteile verspricht die neue Technik der Radiologie im Klinikum Neuperlach. 

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München Themen der Medizin. Zur Zeit stellen wir die neuesten und herausragendsten technischen Errungenschaften in Münchens Medizinwelt vor. Für diesen Teil der Serie war Hallo im Klinikum Neuperlach und hat sich von Professor Andrea Rieber-Brambs zeigen lassen, was hochmodernste MRT leisten kann.

Ob bei Tumor, Kniebeschwerden oder Bandscheibenvorfall – Magnetresonanztomografie, kurz MRT, die bis auf den Millimeter genau Gewebe und seine Beschaffenheit darstellt, ist aus der medizinischen Praxis nicht mehr wegzudenken. Allein am Klinikum Neuperlach kommen jährlich etwa 3500 Patienten in die Röhre – und zwar in die weltweit modernste. Denn hier ist im vergangenen Jahr ein echter Hightech-Tomograf installiert worden, seiner Art der erste in der klinischen Praxis. 

„Diese Technologie hat mehrere Vorteile“, sagt Professor Andrea Rieber-Brambs, die die Radiologie dort leitet. „Was sie besonders auszeichnet: Sie verbraucht praktisch kein Helium.“ Während herkömmliche Tomografen pro Anwendung etwa 1600 Liter benötigen, um die sehr heiß werdenden Magneten zu kühlen, verbraucht der neue Tomograf lediglich sieben Liter. „Das ist sehr ressourcenschonend und aus betriebswirtschaftlicher Sicht effizient“, sagt Rieber-Brambs. 

Gleichzeitig bedeutet es für den Patienten: Käme es zu einer Notfallsituation, während er in der Röhre liegt, kann von einer Sekunde auf die andere das Gerät ausgeschalten werden – indem man ganz einfach den Stecker zieht. Früher war dafür ein sogenanntes Quenchen nötig, es musste also eine chemische Reaktion ausgelöst werden, bei der Helium ausgeschüttet wurde. „Dann hatten wir Ausfallzeiten von bis zu einer Woche, bis das Gerät wieder verwendet werden konnte“, erinnert sich die Chefärztin. 

Auch die Software hat sich deutlich verbessert: „Man kann heute eine viel bessere Balance finden zwischen Detailauflösung der Bilder und der Zeit, in der der Patient in der Röhre liegt“, sagt sie. Konkret heißt das: Die Patienten bleiben kürzer in der Röhre, die Aufnahmen werden detaillierter als je. Das ist etwa bei Tumoren wichtig: „Wenn es um die Frage geht, ob operiert werden kann oder nicht“, erklärt Rieber-Brambs. 

Eine bessere Auflösung der Bilder ist nur eines der Vorteile der neuen Technik.

Auch bei Profi­sportlern könne eine solche MRT ideal eingesetzt werden. Allerdings räumt sie ein: „Unser Gerät ist für Notfälle und unsere stationären Patienten gedacht.“ Denn, vor allem etliche Privatversicherte, deren Kassen die Kosten zum Teil übernähmen, fragten demnach solche MRT-Termine in Neuperlach an. Dabei sei das gar nicht immer nötig. „Nicht jeder Fall ist ein Notfall und bedarf dieser Technik überhaupt“, betont sie. „Und: die ambulante Versorgung ist in München sehr gut.“

Hanni Kinadeter

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