Blick in verschlossene Buden

Adventsserie (5): Kripperlstand ‒ Ratschen fehlt heuer

Franz und Inge Kneitel verkaufen an ihrem Stand alles rund um die Krippe.
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Franz und Inge Kneitel verkaufen an ihrem Stand alles rund um die Krippe.

Corona-bedingt wurden alle Münchner Adventsmärkte abgesagt. In dieser Serie bringen wir einige der Budenbesitzer mittwochs und samstags quasi zu Ihnen nach Hause – und verraten, wie sehr sie der Ausfall schmerzt und ob man ihre Produkte heuer andernorts erwerben kann.

Erstmals seit 20 Jahren werden Inge und Franz Kneitel mit ihrem Kripperlstand nicht auf dem Pasinger Christkindlmarkt stehen. „Es ist das erste Mal, dass wir in der Adventszeit nicht wissen, was wir tun sollen. Für uns gehört der Pasinger Christkindlmarkt einfach zu Weihnachten, aber wir müssen heuer vernünftig sein“, sagt Franz Kneitel.

2000 habe ihn sein Vorgänger, mit dem Kneitel gut befreundet war, gefragt, ob er den Stand übernehmen wolle. Für Kneitel war das gar keine Frage. Er mochte den Pasinger Budenzauber schon immer. „Mit der Kirche Maria Schutz im Hintergrund ist es einfach ein schönes Ambiente. Da kann kein anderer Markt mithalten.“ Zudem sei der kleine Markt sehr heimelig und gemütlich. „Bei uns gibt es eben keine zehn Glühweinstände, sondern nur einen.“

Anfangs baute Kneitel seine Krippen selbst. „Mein Vorgänger hat mir gezeigt, wie es geht und welches Material man braucht.“ Doch inzwischen ist es ihm zu viel Arbeit. Er kauft die Gebäude zu und ergänzt sie mit zahlreichen Details, wie einem Lagerfeuer, Holzstapeln, kleinen Brücken oder Wegweisern nach Bethlehem.

Aber nicht nur ganze Krippen kann man bei den Kneitels kaufen, sondern auch einzelnes Zubehör und Figuren. „Wir hatten sogar schon ein Lagerfeuer, das raucht, oder einen Wasserfall“, sagt der 75-Jährige. Wichtig sei, dass die Accessoires zur Krippe passten. Auch Ersatzteile wie Lämpchen oder Batterien hat der Kripperlstand im Angebot. „Die Kunden kommen immer wieder, weil etwas kaputt oder verlorengegangen ist.“ Die Kneitels sind finanziell nicht auf den Stand auf dem Pasinger Christkindlmarkt angewiesen. Dennoch vermissen sie ihn: „Uns fehlt es vor allem, mit unseren Stammkunden zu ratschen.“

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