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Isar-Poeten: Wie junge Lyriker die Sozialen Medien erobern

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„Insta-Poets“: Lyriker, die auf Instagram publizieren, sind der neue Trend auf Instagram. © Katrin Bohland (@k.b.lyrik)

Liebeserklärungen in Vers-Form: In der neuen Kurz-Serie „München: ein Gedicht“ widmen wir uns den poetischen Seiten der Stadt. Den Start machen Lyriker, die auf Instagram publizieren.

München – Urlaubsbilder vom anderen Ende der Welt, die perfekten Leben von berühmten Influencern: Instagram ist berühmt für die kunterbunte Bilder-Vielfalt, die User dort teilen.

Mittendrin „Insta-Poets“

Mittendrin: ein lyrisches Münchner Kleinod. Sogenannte „Insta-Poets“ veröffentlichen im Sozialen Netzwerk ihre Gedichte und machen Lyrik so wieder cool.

„Poesie wird oft als etwas altmodisches angesehen. Aber sie ist zeitlos. Instagram bringt sie in die Moderne“, sagt Carina Eckl, die als „@kursives_ich“ postet. Besonders wichtig dabei: Kürze und Ästhetik. Denn die Bilderflut auf Instagram ist riesig. „Ich verwende wenige Farben. Ich finde, das unterstützt die Prägnanz der Worte“, erklärt Eckl.

Ähnlich sieht das Sandro Rieger: „Lyrik sticht subtil heraus. Sie lässt innehalten“. Auf seinem Account „­@­tonio.­kroeger“ schreibt er philosophische Gedichte mit Elementen aus der Antike und der Mythologie. „Ich wollte als Gegenpol starten“, sagt der Münchner. Denn viele „Insta-Poeten“ schreiben über Gefühle und Liebe. „Die Leute wollen auch in dieser schnelllebigen Zeit berührt werden“, sagt Eckl. „Oft fehlen einem selbst die Worte, auszudrücken, was man fühlt.“ Daher funktioniere Liebeslyrik besonders gut. Kommt das Gedicht gut an, können User auf „Gefällt mir“ klicken oder einen Kommentar abgeben.

Dieses Miteinander ist auch für Katrin Bohland (@k.b.lyrik) ein entscheidender Vorteil der Plattform. Deshalb hat sie eine digitale Schreibwerkstatt ins Leben gerufen, die jetzt auch im echten Leben stattfindet (siehe Kasten). Denn bei aller Modernität sehnen sich Digital-Poeten nach der analogen Welt. Vor allem in Buchform. „Von einem Gedichtband träumen die meisten Lyriker“, sagt Bohland. Auch die, die eigentlich auf Instagram veröffentlichen. Wahr geworden ist der Traum bereits für Eckl: Im Herbst erscheint ihr Band „Wie du Leere sagst, klingt entfernt nach Liebe“. so

Hier trifft sich die Lyriker-Szene

Rein ins echte Leben: Am Dienstag, 4. Juni, treffen sich ab 20 Uhr Insta-Poeten und allem die es werden wollen, bei „Phoebes Poesiewerkstatt“ im Spix, Tegernseer Landstraße 155.

Das Ziel: Gemeinsam an Texten arbeiten, sich über die Liebe zur Lyrik austauschen, vernetzen. Das Datum ist kein Zufall: Genau vor einem Jahr hat Initiatorin Katrin Bohland ihren Account eröffnet. Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter: info@poesiebriefkasten.de

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Initiatorin Katrin Bohland. © privat

Weitere lesenswerte Accounts

Über satte 6000 Follower hat die Münchner Insta-Poetin @­josephineschreibt. Demi Baleko schreibt als ­­@­­vertraeumteschaos Gedichte und Kurzgeschichten. Auch @__b.m.__ und @schuana.x sind einen Blick wert!

Kennen Sie noch weitere? Nennen Sie uns Ihre Favoriten im Internet unter www.hallo-muenchen.de

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