So irisch ist unsere Stadt

Weltreise durch München (6): Mehr als nur St. Patrick’s Day – Die irisch-deutsche Freundschaft in München erleben

Die deutsch-irische Freundschaft in München beim St. Patrick&#39s Day.
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Die deutsch-irische Freundschaft in München beim St. Patrick's Day.

Die Durchsage„Ready for boarding“ werden jetzt nur wenige Münchner hören. Für spannende Kulturen und exotisches Essen braucht es aber keine Fernreisen. In unserer Serie nehmen wir Sie mit an die schönsten Reiseziele – und das, ohne die Stadt zu verlassen. Also: „Fasten your seatbelts, ready for take-off“.

  • Hallo nimmt sie auf eine Weltreise mit, ohne die Stadt zu verlassen. 
  • Was München und Dublin miteinander verbindet.
  • Warum Iren schon vor 1500 Jahren nach in die bayerische Landeshauptstadt kamen.

Ein freundliches „Grüß Gott“ ist in München nichts Fremdes. Dass die Phrase sich aus dem Gälischen ableitet, ist aber weniger bekannt. Dort heißt es „dia duit“, übersetzt „Gott segne dich“, wie Paul Daly erklärt. Der 63-jährige Ire wohnt seit über 30 Jahren in der Stadt und fühlt sich ungemein wohl. 

„Dublin und München haben einiges gemeinsam“, so Daly. Beide seien große Bierstädte, naturnah und weltoffen. Die Ähnlichkeiten haben ihn auch dazu bewegt, 2012 eine Städtepartnerschaft zwischen seinen „zwei Heimatstädten“ anzuregen. Diese wurde jedoch vom Stadtrat abgelehnt. Man suche keine weiteren Städtepartnerschaften, hieß es. 

Paul Daly hat die Städtepartnerschaft zwischen Dublin und München angeregt.

Die Iren zogen bereits nach München, bevor es überhaupt Münchner gab: „Die ersten irischen Mönche kamen vor etwa 1500 Jahren nach Bayern, um hier zu missionieren“, erzählt der Musiker. Auch der „Irische Berg“ habe seinen Namen von irischen Mönchen bekommen, die sich dort im Jahr 657 niedergelassen haben. Heute ist der „Irschenberg“ Münchnern als Raststätte auf dem Weg nach Österreich bekannt. 

Fun-Facts über München und Irland

  • 1304 Iren leben derzeit in München.
  • 89 Stunden würde es theoretisch dauern, mit dem Radl nach Dublin zu fahren. 
  • Lieblings-Pub: Das Kilian’s am Frauenplatz.

In den 1970er- und 80er-Jahren kamen viele Iren als Sommerarbeiter nach München. „Der Campingplatz in Thalkirchen war zu dieser Zeit in irischer Hand“, scherzt Daly. 

Er selbst kam 1989 in die Stadt, gründete das Shamrock Pub. Heute leitet er das Kilian’s am Frauenplatz sowie das Kennedy’s am Sendlinger Tor. Es gebe außer den Irish Pubs und dem irischen Konsulat, Denninger Straße 15, keine typisch-irischen Gebäude oder Plätze. 

„Die große Gemeinsamkeit ist die Einstellung der Leute. Man sieht es in Pubs und Biergärten: Man hat Spaß, kommt in Gespräche. Darin ähneln sich Deutsche und Iren sehr“, betont Daly. Schmunzelnd ergänzt er noch: „Und natürlich gibt es den St. Patrick’s Day.“ Dass er diesen 1996 in München eingeführt hat, erfüllt Daly beim Erzählen mit Stolz. 

Der St. Patrick's Day in München.

Bereits damals kamen 3000 Leute zum Feiern. 2019 waren es 30 000, die größte Parade auf dem europäischen Festland. „Dass die Stadt München zu unserem Feiertag Rathaus oder Allianz Arena in grüner Farbe erstrahlen lässt, ist ein Zeichen der irisch-deutschen Freundschaft.“

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