Mut und Gesundheit sind gefragt

Internistin im Gespräch mit Hallo München – Welche Besonderheiten und Waffen unser Immunsystem hat 

Internistin Marianne Koch erklärt die Besonderheiten und Waffen unseres Immunsystems von A bis Z.
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Internistin Marianne Koch erklärt die Besonderheiten und Waffen unseres Immunsystems von A bis Z.

Die Medizinjournalistin Marianne Koch im Gespräch mit Hallo München. Was sie rät, wie sie die Corona- Pandemie erlebt und welche Diskussionen sie sich hätte sparen können, erzählt sie hier von A bis Z...

  • Internistin Marianne Koch im Interview mit Hallo München.
  • VonA bis Z erklärt sie unser Immunssystem.
  • Die Medizinerin erzählt von ihrem Eindrücken der Corona-Pandemie.

Sie stand mit Größen wie Gregory Peck, Clint Eastwood, Heinz Rühmann oder O.W. Fischer vor der Kamera, bevor sich Marianne Koch entschloss, ihr Medizinstudium wieder aufzunehmen. 

Nächstes Jahr wird sie 90 Jahre alt und berät als Medizinjournalistin immer noch jeden Mittwoch in Bayern 2 Patienten. „Es wäre schön, wenn wir Gesundheit lebenslang hätten, ohne uns anstrengen zu müssen“, betont die Tutzingerin. 

„Leider ist sie nicht nur abhängig von den Genen, sondern vor allem von der Art und Weise wie wir leben.“ Was sie rät, wie sie die Corona- Pandemie erlebt und welche Diskussionen sie sich hätte sparen können, erzählt sie hier vonA bis Z.

Die Ärztin Marianne Koch (89) von A bis Z

Abwehr, körpereigene: Ein System von unterschiedlichen Immunzellen und Organen wie Lymphknoten, Leber und Milz, das uns gegen äußere Feinde – Bakterien und Viren – verteidigt.

Bauernhof: Kinder, die dort aufwachsen, haben ein stärkeres Immunsystem, weniger Allergien oder Autoimmunkrankheiten. In Ställen wimmelt es nur so vor Bakterien. Das Immunsystem muss sich früh mit diesen Erregern auseinandersetzen. Dadurch wird es trainiert.

Corona: Wir alle, auch die Politiker, mussten seit Beginn der Pandemie ständig dazulernen, weil der Erreger leider viel gefährlicher ist als seine Vorläufer. Es ist ein ständiges Abwägen zwischen dem Schutz der Menschen und dem Ermöglichen von normalem Leben.

Durchhaltevermögen: Ich liebe meinen Beruf – früher als Internistin mit eigener Praxis, heute als Medizinjournalistin. Ich freue mich, dass ich nach wie vor im „Gesundheitsgespräch“ des BR Patienten beraten kann.

Ernährung: Die richtige Ernährung ist wichtig fürs Immunsystem, vor allen Dingen frische Zutaten und Vermeidung von Industrienahrung.

Forschung: Vielleicht gelingt es neben einem wirksamen Impfstoff auch ein Medikament herzustellen, das die Krankheit direkt bekämpft. Auch daran wird weltweit intensiv gearbeitet.

Gedächtniszellen: Wenn es Viren oder Bakterien gelingt, in den Körper einzudringen, werden sie von Wächter-Immunzellen abgefangen und auf ihre genetischen Daten geprüft. Diese werden gespeichert und bei der nächsten Invasion kann das System schneller die richtigen Waffen herstellen – und wir bleiben gesund.

Hysterie: Menschen, die das Tragen von Masken als Angriff auf ihre persönliche Freiheit ansehen, zeigen nur, dass Verantwortung für sie ein Fremdwort ist.

Impfung ist die einzige Möglichkeit, die Pandemie weltweit zu besiegen.

Junkfood: Nicht verbieten, sondern deutlich kennzeichnen. Eine Steuer auf Zucker und zuckerhaltige Getränke hat in anderen Ländern dazu beigetragen, dass es weniger übergewichtige Kinder gibt.

Künstliche Vitamine: Ihre Einnahme macht nur Sinn, wenn man keine Möglichkeit hat, die natürlichen zu bekommen.

Lymphknoten sind die „Polizeistationen“, in die bestimmte Immunzellen, die „Streifenpolizisten“, zunächst Viren und Bakterien schleppen. Dort wird festgestellt, ob man früher schon mal mit diesem Gesindel zu tun hatte.

Mund- und Nasenschutz bringt sehr viel. Es ist immerhin eine Barriere, die einen selbst und andere schützt.

Nachwirkungen: Oft bleiben neben Störungen des Riech- und Geschmackssinns andere neurologische Symptome wie Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit oder chronische Müdigkeit für Monate zurück. Auch bei Patienten, die eigentlich einen leichten Verlauf hatten.

Obacht vor Corona-Leugnern, Verschwörungs-Verbreitern, Masken-Muffeln, Impfgegnern und irrational argumentierenden Rechthabern! Man kann mit ihnen nicht diskutieren.

Positives Denken: Wenn das so einfach wäre. Mut und Tapferkeit sind gefragt. Dem Immunsystem hilft es sehr, wenn man bei allen Problemen eine innere Widerstandskraft besitzt.

Qualmen ist schlecht für Lunge, Herz, Haut und für den Geldbeutel.

Rachenabstrich: Es hat sich herausgestellt, dass sichere Ergebnisse über die Ansteckung mit dem Coronavirus ab dem dritten bis ungefähr dem sechsten Tag nach der Infektion zu erwarten sind. In späteren Abstrichen sind die Viren oft nicht mehr nachweisbar, weil sie sich in tiefere Etagen vorgearbeitet haben.

Seele und Immunsystem: Unsere 100 Milliarden Gehirnzellen tauschen sich ständig miteinander aus, sodass das Emotionszentrum einen direkten Einfluss auf das Zentrum hat, das auch die Immunorgane steuert. Stress und Trauer führen deshalb zu einer Schwächung des Systems.

Tröpfchenübertragung: Die Tröpfchenübertragung, die von hustenden oder niesenden Coronapatienten ausgeht, muss man auf alle Fälle vermeiden.

UV-Strahlen: Wir brauchen Sonnenlicht, um unsere Vitamin-D-Vorräte aufzufüllen. Langes Sonnenbaden, vor allem in der Mittagszeit, ist dagegen schädlich. Die UV-Strahlen, die tief in die Haut dringen, schädigen die Zellen. Unser Immunsystem ist dann gezwungen, all diese angesengten Zellen zu beseitigen. Eine Schwerstarbeit.

Verschwörungstheoretiker: Es hat sich doch herausgestellt, dass sie rationalen Argumenten nicht zugänglich sind. Wie die Impfgegner. Ich habe in meiner Praxis viel Zeit damit verbracht, mit oft netten Leuten über wichtige Impfungen ihrer Kinder zu diskutieren. Die Zeit hätte ich mir sparen können.

Wuhan: Influenza- und Corona-Viren kommen aus Asien. Die gefährliche Ebola-Infektion aus Afrika, Zika-Viren aus Südamerika. Die Globalisierung hat die Verbreitung dieser Erreger eben sehr unterstützt.

Xundheit: Ja mei, schön wär’s, wenn wir sie lebenslang hätten. Gute Ernährung, viel Bewegung, genügend Schlaf, wenig Stress, viele positive Gedanken und lebenslanges Lernen halten Körper und Geist fit, heißt es.

Yoga: Die Kombination von körperlichen Übungen, Atemtherapie und geistigem Versenken macht vielleicht nicht schöner oder jünger, sicher aber glücklicher.

Zukunftsforschung: Was sicher stimmt, ist der Klimawandel, dessen verheerende Folgen wir unbedingt verhindern müssen, wenn uns die Erde und die Zukunft unserer Kinder und Enkel etwas bedeuten.

Claudia Theurer

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