Was in München singt, summt und sprießt (1): Weniger Vögel und weniger Wissen über sie 

Gefiederte Freunde in Not 

Rotkehlchen auf einem Baum
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Das Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021, erkennt man an seiner orange-roten Kehle.

In München gibt es immer weniger Vogelarten. Gleichzeitig schwindet auch das Wissen über die verschiedenen Vögel. Die häufigsten Vogelarten in der Stadt und wie man sie erkennt!

Ob Rotkehlchen, Zaunkönig oder Star: In München werden die Vogelarten immer weniger. „München ist in Deutschland die Stadt mit dem kleinsten Vogelbestand und der geringsten Artenvielfalt“, erklärt Sophia Engel, Projektleiterin Vogelkunde und Vogelschutz beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern.

Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Am häufigsten in München seien noch Kohlmeise, Amsel und Tauben. „Dabei gibt es Amseln erst seit 150 Jahren in der Innenstadt.“ München sei nicht grün genug, einer der Gründe für den kleinen Bestand.

Vogelarten in München: Es werden immer weniger

Doch es ist nicht nur die städtische Artenvielfalt, die verloren geht. Auch das Wissen über heimische Tiere nimmt ab. Das belegt eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), die 1000 Sechstklässler am Gymnasium zu ihren Tier- und Artenkenntnissen befragt hat. Vögel wurden dabei am schlechtesten erkannt. Ob die Schüler aus der Stadt oder vom Land kamen, machte keinen Unterschied.

Im Vergleich zu einer ähnlichen Studie 2006 hat sich das Wissen um circa 15 Prozent verschlechtert. Projekte wie BISA, Biodiversität im Schulalltag – ein Projekt der LMU in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Forschung und Bildung –, sollen Kindern nun spielerisch die heimische Tierwelt wieder näherbringen. Doch was kann man außerhalb der Schule tun?

Dafür gibt es Internetseiten und Magazine mit Tipps zur Vogelbeobachtung, die verschiedene Arten mit Bildern und Audio-Dateien des Gesangs vorstellen. Denn: Häufig verwechselt werden Star und Amsel .

Wissen über die Artenvielfalt: Kinder sollen gefördert werden

Das würde aber nicht ausreichen: „Kinder müssen in die Natur, um etwas über Vögel zu lernen. Sie müssen genau beobachten können. Nur so kann echtes Interesse geweckt werden“, erklärt Engel. In München seien die Hochufer der Isar, der Englische Garten und der Nymphenburger Schlosspark perfekt zur Vogelbeobachtung. Eine weitere Möglichkeit, um zur Vogelbeobachtung zu begeistern, sei die jährliche Vogelzählung des LBV.

„Jeder kann ein Wochenende alle Vögel zählen und an uns weitergeben“, erklärt Engel. Dieses Jahr von Donnerstag, 13., bis Sonntag, 16. Mai. Wer die Vogelarten selbst bestimmen will, braucht Geduld. „Es sollte auf Größe und Gestalt geachtet werden. Auch Schnabel, Farbe und Muster der Federn sowie Rufe und Gesang geben Auskunft über die Art“, erklärt Engel.

Was kann ich für den Vogelbestand tun?

„München ist reich, die Parks werden regelmäßig gepflegt. Geschützte Nistplätze gehen so verloren“, so Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz. Rotkehlchen oder Zaunkönig, die in dichten Sträuchern nisten, verschwinden.
Aber Gärten können vogelfreundlich gestaltet werden: geschützter Nistplatz, Nahrung, Wasser. Für Höhlenbrüter einen Nistkasten, für Bodenbrüter Dornensträucher. Wichtig: Vögel sollten in der Brutzeit vor Katzen geschützt sein. Ein wilderer Garten mit Sträuchern sei ideal. Auch für Insekten – das Hauptnahrungsmittel der meisten Vögel. „Genügend Nahrung heißt zunehmender Bruterfolg. Ein Grund für das Vogelsterben in München. Es gibt zu wenige Insekten und andere Nahrungsquellen“, so Engel.

Das Vogel-Quiz von Hallo München: Welche Vögel erkennen Sie?

Das Vogel-Quiz von Hallo München

Erkennen Sie den majestätischen Vogel?
Erkennen Sie den majestätischen Vogel? © Julian Stratenschulte/dpa
Das hier ist der Mäussebussard.
Das hier ist der Mäussebussard. © Thomas Warnack/dpa
Wer ist das? Kleiner Tipp, seine Vorliebe für Sonnenblumenkerne könnte es Ihnen verraten.
Wer ist das? Kleiner Tipp, seine Vorliebe für Sonnenblumenkerne könnte es Ihnen verraten. © Thomas Warnack/dpa
Bei unserem kleinen Leckermäulchen handelt es sich um den Buchfink.
Bei unserem kleinen Leckermäulchen handelt es sich um den Buchfink. © Felix Kästle/dpa
Welcher kleine Freund kommt da gerade erfolgreich von der Futtersuche zurück?
Welcher kleine Freund kommt da gerade erfolgreich von der Futtersuche zurück? © Felix Kästle/dpa
Richtg! Der Star.
Richtg! Der Star. © Sina Schuldt/dpa
Na, wissen Sie wer da den Hals lang macht?
Na, wissen Sie wer da den Hals lang macht? © Sina Schuldt/dpa
Genau, das Rebhuhn.
Genau, das Rebhuhn. © Sina Schuldt/dpa
Wer hat sich hier eine Erdnuss geschnappt?
Wer hat sich hier eine Erdnuss geschnappt? © Georg Wendt/dpa
Der Eichelhäher. Er gehört zu der Familie der Raben und ist an seinem blau schillernden Flügelfeld zu erkennen.
Der Eichelhäher. Er gehört zu der Familie der Raben und ist an seinem blau schillernden Flügelfeld zu erkennen.  © Wolfgang Zabel/dpa

Die häufigsten Vögel in München:

  • Kohlmeise (Erkennt man an den gelben Federn)
  • Eichelhäher (Ekennt man an der blauen Färbung an den Flügeln. Ansonsten braun)
  • Buchfink (Erkennt man an dem blauen Kopf und den schwarz-weißen Flügeln)
  • Buntspecht (Erkennt man an dem langen Schnabel und dem schwarz-weißen Gefieder mit roten Schwanzfedern)
  • Spatz (Erkennt man an seinem kleinen, rundlichen Körper und dem braunen Federkleid mit der weißen Brust)
  • Singdrossel (Erkennt man am gedrungenen Körper und der braunen Oberseite und weiße, gefleckte Unterseite)
  • Star (grün-violetter Metallglanz auf Federn langer, spitzer Schnabel kürzerer Schwanz aufrechte Haltung, läuft)
  • Amselmännchen: tiefschwarzes Federkleid, gelber Schnabel, längerer Schwanz, waagerechte Haltung, hüpft

Hier gibt es Infos rund um Vögel

  • bisa100.de: Lernspiele für Kinder – etwa zum Erkennen von Vogelstimmen oder Tierarten
  • lbv.de: Hier finden Interessierte Vogelportraits und Bestimmungshilfen sowie einen Vogelprospekt zum Download.
  • nabu.de: Die NABU-Vogelwelt ist eine kostenlose App, um sich über die heimische Vogelwelt zu informieren und selber Vögel zu bestimmen, zu registrieren und zu melden.

cewe

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