Keine Waren aus dem Katalog

Adventsserie (4): Handgewebte Wollunikate für die frostige Jahreszeit

Hermine Kraus steht seit 2016 mit ihrem Stand auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt.
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Hermine Kraus steht seit 2016 mit ihrem Stand auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt.

Die Handweberin Hermine Kraus steht seit 2016 mit ihrem Stand auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt. Ihre Produkte sind ein Unikat - wo sie sie heuer verkauft.

Corona-bedingt wurden alle Münchner Adventsmärkte abgesagt. In dieser Serie bringen wir einige der Budenbesitzer mittwochs und samstags quasi zu Ihnen nach Hause – und verraten, wie sehr sie der Ausfall schmerzt und ob man ihre Produkte heuer andernorts erwerben kann.

Flauschig bunte Decken, einzigartige Seiden- oder Kaschmirschals – seit 2016 steht die Bude von Hermine Kraus mit allerhand passenden Accessoires zur frostigen Jahreszeit auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt an der Münchner Freiheit.

„Das Handweben war schon immer mein Traum“, erinnert sich die 61-Jährige. 2006 hat sie sich diesen Wunsch erfüllt und einen Kurs gemacht, 2010 dann die Gesellenprüfung abgelegt. Heute arbeitet sie halbtags als Buchhalterin, halbtags als Handweberin. Die Zeit auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt ist für Kraus normalerweise das Hauptgeschäft. Dadurch kommen nämlich auch einige Aufträge, die sie dann im neuen Jahr abarbeitet – doch heuer ist alles anders. „Würde ich nur weben, wäre es existenzbedrohend“, sagt sie.

Schwabinger Weihnachtsmarkt: Normalerweise verkauft Hermine Kraus Handgewebtes

Vorausschauend hat die Handweberin in den letzten Monaten jedoch nicht ganz so viel produziert wie sonst. Und dennoch muss auch in diesem Jahr keiner auf die handgewebten Produkte verzichten. An den Wochenenden vor Weihnachten, freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags von 11 bis 19 Uhr, verkauft Kraus ihre handgewebten Unikate in ihrer Werkstatt, im Münchner Gewerbehof Westend, Gollierstraße 70 c, zweites Obergeschoss.

Die Arbeitsstätte teilt sie sich seit 2016 mit der Weberin Sylvia Wiechmann. Vier verschiedene Webstühle sowie einen kleinen für Kurse haben die beiden dort. Von Tischwäsche über Handtücher und Duschvorleger – das Angebot in der Handweberei ist vielfältig. Außerdem gehe man dort gerne auf die Wünsche von Kunden ein – alles gibt es maßgewebt.

Jedes Produkt ein Unikat - Adventszeit bleibt eher ruhig

Einmal, erinnert sich die Handweberin, sei sie nach ihrem Katalog gefragt worden. Bei der Erinnerung muss sie lachen. Den Katalog gibt es natürlich nicht. „Ich habe keine Lust, zweimal das Gleiche zu weben – das merkt man den Sachen an.“ Für sie ist beim Weben wichtig: „Ich muss Spaß daran haben.“ Und am liebsten experimentiert sie mit Farben. „Das wird eigentlich immer was“, berichtet sie stolz.

Die Adventszeit will sie dieses Jahr genießen. „Sonst komme ich immer erst um halb zehn abends vom Markt heim, das ist eine gehetzte Zeit“, so die Frau aus Poing. Hoffnungsvoll blickt sie auf das nächste Jahr, wo vielleicht alles wieder anders läuft.

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