Modernste Medizintechnik in München

Schön-Klinik korrigiert Armknochen mithilfe von 3D-Druck – Experte erklärt Technik

Dr. Christian Kindler, leitender Arzt des Zentrums für Hand-, Ellenbogen, Mikro- und Plastische Chirurgie, arbeitet seit Ende 2016 mit Schablonen aus dem 3D-Drucker – als einer der ersten Ärzte in ganz Deutschland. 
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Dr. Christian Kindler, leitender Arzt des Zentrums für Hand-, Ellenbogen, Mikro- und Plastische Chirurgie, arbeitet seit Ende 2016 mit Schablonen aus dem 3D-Drucker – als einer der ersten Ärzte in ganz Deutschland. 

In der Schön-Klinik werden falsch verheilte Armknochen mit einem 3D-Druck korrigiert. Experte Dr. Christian Kindler erklärt, wie die Technik funktioniert und warum sie bisher nur in Einzelfällen angewendet wird...

  • In der Schön-Klinik kommt ein 3D-Druck für Knochenfehlstellungen zum Einsatz
  • Damit können falsch verheilte Brüche korrigiert werden.
  • Dr. Christian Kindler erklärt, wie die Technik funktioniert.

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München Themen der Medizin. Zur Zeit stellen wir die neuesten und herausragendsten technischen Errungenschaften in Münchens Medizinwelt vor. So kommt an der Schön-Klinik Harlaching 3D-Druck zum Einsatz, um komplizierte Knochenfehlstellungen behandeln zu können. Experte Dr. Christian Kindler erklärt, wie die Technik funktioniert und warum sie bisher nur in Einzelfällen angewendet wird.

Ein Knochenbruch ist schnell passiert. Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit können auch nach der Heilung noch auftreten – dann, wenn der Knochen falsch oder verdreht zusammengewachsen ist. 

Das zu korrigieren ist nicht immer leicht. „Gerade im Unterarmbereich, wo Elle und Speiche genau zusammenpassen müssen oder am Ellenbogen, wo das Gelenk oft die Sicht verdeckt, ist eine exakte dreidimensionale Orientierung schwierig“, weiß Dr. Christian Kindler von der Schön-Klinik Harlaching. 

Es geht  nicht um frische, sondern um falsch verheilte Brüche.

Der leitende Arzt des Zentrums für Hand-, Ellenbogen, Mikro- und Plastische Chirurgie arbeitet deswegen seit Ende 2016 mit Schablonen aus dem 3D-Drucker – als einer der ersten Ärzte in ganz Deutschland. 

Dabei geht es aber nicht um frische, sondern um falsch verheilte Brüche. „Die Methode ermöglicht es uns, auch bei schwierigen Fällen, sehr genaue Korrekturen vorzunehmen“, so Kindler. 

Dafür muss zunächst eine Computertomographie gemacht werden. Dabei wird nicht nur der fehlgestellte Knochen, sondern auch sein gesundes Pendant am anderen Arm abgebildet. 

Damit wird ein 3D-Modell berechnet, nach dem zwei individuelle Schablonen erstellt werden: Eine zeigt Kindler mittels Vertiefungen an, wo genau er während der OP sägen muss. 

Die zweite drückt den Knochen dann in die richtige Position, wo er zum Beispiel mit Platten stabilisiert wird. Die Polyamid-Schablonen werden dafür während der OP an den betroffenen Knochen gehalten und mit Drähten stabilisiert. 

Individualität durch die Schablone.

Die Berechnung des 3D-Modells und der Schablonen-Druck werden aber nicht vom Arzt selbst gemacht. „Dafür arbeiten wir mit Ingenieuren und einer externen Firma in der Schweiz zusammen, die uns die fertigen Schablonen schicken.“ 

Laut Kindler dauere das in der Regel acht Wochen und koste 2500 bis 3000 Euro. „Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht, deswegen hat sich die Methode in Deutschland noch nicht so sehr durchgesetzt“, so der Chirurg. 

Ist der Einsatz der 3D-­Schablonen aus medizinischer Sicht notwendig, zahlt ihn aber die Schön-Klinik – bisher war das bei circa 25 Patienten der Fall. 

Dabei wird die Technik in Harlaching aktuell nur im Bereich der Hand- und Armchirurgie angewendet. „Prinzipiell ist der Einsatz aber bei jeder Knochenkorrektur möglich.“

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rea

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