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München leuchtet: Wege aus dem Preis-Schock bei der Energie ‒ Kostbare Wärme drinnen behalten

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Von: Ursula Löschau

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Für ältere Fensterrahmen empfiehlt Berater Martin Delker außen 
eine sogenannte 
Laibungsdämmung, um Wärmeverlust zu vermeiden.
Für ältere Fensterrahmen empfiehlt Berater Martin Delker außen eine sogenannte Laibungsdämmung, um Wärmeverlust zu vermeiden. © Ursula Löschau

Im vierten Teil der Energie-Serie von Hallo München gibt ein Experte für Passivhäuser Tipps, wie man großen Wärmeverlust vermeiden kann...

MÜNCHEN Teure und klimaschädliche Energierohstoffe wie Gas hatten für Martin Delker (64), Architekt und ehrenamtlicher Berater am Bauzentrum München, schon vor dem Krieg in der Ukraine keine Zukunft mehr. Als Experte für Passivhäuser befasst er sich schon lange mit der Frage, wie man Energie sparen und deren Verschwendung zum Beispiel durch Wärmeverlust minimieren kann. Hier einige seiner Tipps sowohl für Wohnungs- oder Hauseigentümer als auch für Mieter:

In den ersten drei Teilen der Serie ging es um Tipps zum Energiesparen und Funktionsweisen von Bürgersolaranlagen und Balkonkraftwerken.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Wärmeverlust minimieren im München: Diese Tipps gibt der Experte

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung: Sie sorgen für den Luftaustausch in den Räumen und bewirken laut Delker, dass die Wärme zu 95 Prozent drinnen bleibt. Denn: Die Wärme aus der Abluft wird dem Gebäude wieder zugeführt. Um ein solches Gerät, „nicht ganz so groß wie ein Kühlschrank“, zu installieren, brauche man lediglich zwei Löcher in der Außenwand – damit aber die Zustimmung des Eigentümers. Delker empfiehlt diese Anlagen eher für Haus- oder Wohnungsbesitzer.

Klima-Split-Geräte: Das sind Anlagen, die sowohl kühlen als auch heizen können. „Also im Prinzip simple Wärmepumpen“, so der Experte. Der erforderliche Ventilator werde in der Regel an die Außenfassade montiert. Man könne ihn aber auch auf den Balkon stellen. Delker betrachtet diese Technik als „gute Ergänzung“ zum Beispiel zum Gas. Seinen Erfahrungen nach kann damit die Hälfte des Heizbedarfs im unsanierten Altbau gedeckt werden. „In den meisten Fällen reicht es bis auf ein paar Tage im Jahr sogar ganz aus.“

Wärmepumpenheizung: Sie zieht warme Luft aus der Erde und Umgebung und führt sie ins Haus. „Wenn sich ein paar zusammentun und etwas Geld in die Hand nehmen, kann man so auch im Altbau sparen und etwas für die Umwelt tun“, rät der Sendlinger. Konkret: „Eine Kilowattstunde Strom für den Betrieb entspricht drei bis vier Kilowattstunden Wärmeerzeugung.“

Dach- und Fassadendämmung: Martin Delkers Appell: „Wenn man etwas macht, dann gleich richtig.“ Ist ein neuer Anstrich fällig, sollte auch gedämmt werden. Wird eine Photovoltaik-Anlage fürs Dach geplant, sollte dieses vorher ebenfalls gut gedämmt sein. Individuelle und neutrale Beratung zu diesen und weiteren Sanierungsthemen gibt es im Bauzentrum (www.bauzentrum-muenchen.de).

Schwachstelle Fenster: die schnelle Hilfe

„Durchs Fenster entweicht immer mehr Wärme als durch die Wand“, weiß Berater Martin Delker. Schnelle Hilfe können einfache Thermofolien bieten, die von innen auf Scheibe und Rahmen geklebt werden. „Das wirkt bei einer normalen Zwei-Scheiben-Verglasung wie eine dritte Scheibe und kann den Wärmedurchgang fast halbieren“, sagt der Fachmann. Bei einem Standardfenster rechnet er mit Kosten unter zehn Euro. Eine Maßnahme, die jeder ergreifen kann.

Schwachstelle zwei: „Über schlechte, alte Fensterrahmen geht oft viel mehr Wärme raus als über die Scheibe. Die Wärme sucht sich immer den kürzesten und einfachsten Weg nach draußen.“ Hier rät Delker zu einer sogenannten Laibungsdämmung. Dabei werden die Fensterrahmen von außen überdämmt. Dies wird auch schon im Vorfeld einer eventuell geplanten Fassadendämmung und/oder Fenstererneuerung empfohlen.

„Eigentümer können hier viel machen. Idealerweise wird erneuert, wenn ohnehin Fensterbauteile kaputt sind“, sagt der Experte und betont: „Dann sollte man in Passivhaus-taugliche Fenster investieren.“ Diese kosten laut Delker zwar noch etwa 60 Euro pro Quadratmeter mehr als aktuelle Standardfenster. „Doch das holt man sich durch die Energieeinsparung schnell wieder rein.“

Spar-Tipp für daheim

Warmwasserspeicher und Heizungsrohre: „In jedem Heizungskeller ist es immer schön warm, weil Warmwasserkessel zu viel Wärme an den Raum abgeben“, erklärt Martin Delker. Einfache Gegenmaßnahme – auch für Mieter nach Absprache mit dem Eigentümer: den Speicher mit einer flexiblen Dämmung, zum Beispiel Glas- oder Steinwolle, einpacken. Das könne pro Quadratmeter Wohnfläche vier Kilowattstunden pro Jahr einsparen. Dasselbe Prinzip gelte auch für ungedämmte Heizungsrohre. 

In den anderen Teilen der Serie ging es um Tipps zum Energiesparen , Balkon-Kraftwerke und Geothermie und die Bürgersolaranlagen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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