Schwanger: Sport, Speisen, Sauna

„Gesund heranwachsen“ (1): Eine Hebamme klärt Mythen rund um die Schwangerschaft auf

Katja Schindlbeck (re.) ist Referentin für Hebammenkunde. Im Unterricht zeigt sie Modelle des Beckenbodens ebenso wie Wachs­modelle und alte Zeichnungen aus der Vergangenheit.
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Katja Schindlbeck (re.) ist Referentin für Hebammenkunde. Im Unterricht zeigt sie Modelle des Beckenbodens ebenso wie Wachs­modelle und alte Zeichnungen aus der Vergangenheit.

In unserer Gesundheitsseite wird sich ab sofort alles um das Thema „Gesund heranwachsen“ drehen. In diesem Teil gibt eine Hebamme Tipps rund um die Schwangerschaft...

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München Themen der Medizin. Ab sofort geht es um das Thema „Gesund heranwachsen“. Im ersten Teil der Serie verrät Katja Schindlbeck, Referentin für Hebammenkunde an der Katholischen Stiftungshochschule, wann Schwangere eine Hebamme suchen sollten und klärt auf, welche Mythen rund um die Schwangerschaft Quatsch sind – und welche nicht. 

Der Schwangerschaftstest ist positiv – und schon kurz nach dem ersten Gefühlsüberschwang tun sich unzählige Fragen auf. Was darf ich jetzt noch? Auf welche Speisen und Sportarten muss ich nun verzichten? Bei solchen Fragen kann die Beratung durch eine Hebamme äußerst wertvoll sein.

„Wir begleiten die Frauen von Beginn der Schwangerschaft – und manchmal auch davor – bis in die frühe Mutterschaft“, berichtet Katja Schindl­beck, Referentin für Hebammenkunde an der Katholischen Stiftungshochschule in Haidhausen.

Wichtig rechtzeitig mit Suche nach Hebamme beginnen

Hebammen helfen bei Beschwerden, bieten Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitungskurse an und geben Entscheidungshilfen bei der Auswahl des Geburtsorts und der -methode. Gerade in München herrscht jedoch ein starker Hebammenmangel.

Wichtig sei es daher, rechtzeitig mit der Suche nach einer Hebamme zu beginnen – am besten gleich in der frühen Schwangerschaft. „Man findet eine Hebamme über Online-Portale, Netzwerkstellen für Hebammen, über Krankenhäuser oder Berufsverbände“, sagt Schindl­beck. „Und oft kommen Menschen auch auf Empfehlung auf uns zu.“

Denn gerade in der Schwangerschaft ist guter Rat wichtig – die vielen falschen Mythen rund ums Thema, die kennt auch Schindlbeck nur allzu gut. Ihr ist vor allem eines wichtig: „Natürlich gibt es Empfehlungen, aber ein Heilmittel X oder eine Methode X, die für alle gelten und richtig sind, gibt es nicht. Hierfür benötigen wir eine ausführliche Anamnese, Beobachtung und Befunderhebung sowie eine individuelle Betreuung.“

Sie unterstützen die Schwangeren

Ihr Rat lautet stattdessen: „Viele Frauen spüren oft selbst, was ihnen gut tut und was nicht, wie sie sich den neuen Lebensumständen anpassen können. Wir unterstützen sie dabei.“

Den Umstand, dass allgemeingültige Aussagen meistens nicht für Schwangere gelten, erklärt die Hebamme so: „Wer es gewohnt ist, in die Sauna zu gehen, kann das auch weiterhin.“ Dann eben für kürzere Zeit und bei gemäßigten Temperaturen. „Nur sollte eine Schwangere nicht gerade jetzt damit beginnen, in die Sauna zu gehen“, sagt Schindlbeck.

Ähnliches gilt für den Sport: Wer schon immer joggt oder radelt und gesund ist, darf das auch weiterhin. Einzige Ausnahmen: „Anders ist es, wenn eine Frau schon eine Fehlgeburt hatte oder Blutungen in der Schwangerschaft hat, dann kann das limitierend sein und muss besprochen werden.“

Vermeidung von Infektionen durch gesunde Ernährung

Wichtig sei es, den Kreislauf nicht mit starken Peaks, bei denen der Puls in die Höhe rast, zu belasten und Verletzungen zu vermeiden. Und grundsätzlich heißt es sogar: „Sport minimiert Schwangerschaftsbeschwerden“, verrät die Expertin. Auch bei Fragen nach der Ernährung kann sie helfen.

„Wir beraten gezielt zu einer gesunden Ernährung und wollen einen normalen Umgang mit Lebensmitteln fördern, was die Vermeidung von Infektionen betrifft.“

Angemessene Alltagshygiene reiche aus. „Wenn grüner Salat gut gewaschen ist, kann man ihn bedenkenlos essen. Und die Katze muss auch nicht verkauft werden.“ Denn Katzen können Toxoplasmose übertragen – doch Hebammen können auch dazu beraten, wie sich Schwangere davor schützen.

„Gesund heranwachsen“ (2): Bei der Entbindung stehen Sicherheit und Wohlbefinden im Mittelpunkt

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