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Neue Chefin des Bayerischen Roten Kreuzes über Wertschätzung, Corona und Forderungen an Söder

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Angelika Schorer ist die neue Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes.
Angelika Schorer ist die neue Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes. © Fabian Matschke

Angelika Schorer wurde zur neuen Präsidentin den BRK gewählt. In Hallo verrät sie, wie sie die aktuellen Probleme des BRK angehen will und was sie von Markus Söder fordert.

Mitten in der Corona-Pandemie ist die Schwäbin Angelika Schorer (63) zur neuen Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) mit Hauptsitz im Münchner Westend gewählt worden. Die stellvertretende Landrätin des Regierungsbezirkes Schwaben kennt und schätzt München von ihrer aktiven politischen Arbeit, aber auch, weil ihr Sohn in der Landeshauptstadt studiert hat.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Von klein auf selbst aktiv im Vereinsleben ihrer Heimatstadt engagiert hat sie die Gesundheit des Menschen beruflich in den Mittelpunkt gestellt. Warum für sie in Stadt und Land Vereins- wie Wohlfahrtsarbeit nicht nur in Pandemiezeiten wichtig ist, welche konkrete Unterstützung sie für den Nachwuchs vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder fordert und wie sie in ihrer Freizeit entspannt, verrät sie Hallo von A bis Z.

Angelika Schorer (63), Präsidentin des BRK, von A bis Z

Auftrag ist, Belange und Forderungen aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des BRK an die Politik zu vermitteln und diese Forderungen umzusetzen.

Berufung: Ich trage gerne Verantwortung für Menschen. Vielleicht liegt es an den Genen, dass ich ins Amt gewählt wurde: Schon mein Ur-Großvater und auch mein Großvater waren Bürgermeister. 

Corona bedeutet für alle Unsicherheit, Einschränkungen, Ängste. Unser Fachwissen hilft, Hoffnung zu geben, gemeinsam die Pandemie durchzustehen. Ob mit Impfaktionen oder Rettungsdiensten, die immer im Einsatz sind: Wir retten Menschenleben.

Durchsetzen will ich, mehr für den Katastrophenschutz zu tun – bei Geld, Gesetzes­lagen und Mitarbeitern. Bei Ministerpräsident Markus Söder habe ich klar zum Ausdruck gebracht, dass wir als Verband Rückhalt und klare Verlässlichkeit der Politik benötigen, um die Anforderungen, denen wir uns täglich stellen, gut zu erfüllen. Worte allein helfen da nicht.

Ehrenamt: Ich war schon mit 13 Jahren aktiv im Sportverein, im Radfahrverein, dem Schützenverein. Nur da hieß das nicht Ehrenamt. Da hat man einfach mitgeholfen, wo man gebraucht wurde – bei Festen wie Veranstaltungen.

Frauen beim BRK gehören zur großen Mehrheit, gerade in der Pflege. In diesem Bereich würden wir uns sogar mehr Männer wünschen.

Glaube gehört für mich zum Leben dazu. Er ist für mich ein fester Halt. Ich bin durch meine Familie und durch das Allgäu, das katholisch ist, geprägt.

Hochachtung habe ich vor allen, die in der Pandemie unterstützen. Beispielsweise die tausenden BRKler, die an den Weihnachtstagen zur Stelle waren, statt frei zu machen.

Ignoranz mag ich nicht. Die Sichtweise einiger weniger, gerade was die Pandemie betrifft, macht mich sehr wütend. Ich bin überzeugt davon, dass es eine Minderheit ist, die ideologisch auf dem falschen Weg ist.

Jugend ist so wichtig, weil die Aufgaben des BRK weiter wachsen. Wir brauchen Nachwuchs, damit das BRK in Zukunft weiter unterstützen kann. Ob in der Bergwacht, der Was­serwacht, dem Jugendrotkreuz, der Wohlfahrtsarbeit, dem Katastrophenschutz oder den Tafeln.

Kreis- und Landesverbände sind sich einig, dass das BRK krisen- und gefahren­erprobt ist. Bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal wurde unsere umfassende Hilfe sprichwörtlich „aus dem Boden gestampft“, waren Hilfskräfte aus Bayern sofort unbürokratisch einsatzbereit.

Landrätin, stellvertretende: Bin ich seit 2003. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ich sehr gerne erfülle. 

München kenne ich durch meine 20-jährige Arbeit im bayerischen Landtag und weil mein Sohn hier studiert hat. Ich mag das schöne Haidhausen und die grünen Isarauen.

Netzwerk bedeutet, dass man schnell und effektiv Menschen miteinander verbinden kann, wenn es um die Lösung eines Problems geht. Ich bin auch im Präsidialrat des DRK – gemeinsam sind wir eine gewichtige Stimme in Berlin.

Offene Türen sind mir wichtig. Ich möchte, dass unsere Mitglieder wissen: Ich bin ansprechbar. Ob durch meine E-Mail-Adresse oder bei persönlichen Begegnungen.

Persönlich bin ich mal nicht erreichbar, wenn ich auf meinem E-Bike durch das Allgäu radle. Das war ein Geburtstagsgeschenk zum 60. und ich dachte: „Das brauche ich doch gar nicht.“ Jetzt meistere ich mit Leichtigkeit die Allgäuer Hügel und weitere Strecken und genieße die Auszeit in meiner Heimat.

Quotenfrau: Ich bin zwar erst die zweite Frau, die BRK-Päsidentin geworden ist, werde dabei aber von meiner Kollegin Brigitte Meyer als Vizepräsidentin und Andreas Krahl als Vizepräsident unterstützt. Das BRK ist insgesamt weiblich geprägt, mit einer Frauenquote von über 60 Prozent.

Richtungsweisend werde ich beim BRK für Nachwuchsförderung sorgen. Wir benötigen dazu mehr Bildungseinrichtungen, Räumlichkeiten, Genehmigungen und Hauptamtliche, die sich weiter verantwortungsvoll engagieren, neue Kräfte für unser BRK auszubilden.

Schwaben und München passen gut zusammen: In der AG Landtagsgaststätte habe ich mit bewirkt, dass bevorzugt Lebensmittel aus den bayerischen Regierungsbezirken verarbeitet werden. Beispielsweise das allgäuer Rind, nicht das australische.  

Telefonnummern: Da haben Sie mich erwischt. Ich weiß wirklich nicht, wie viele ich mittlerweile in meinem Handy gespeichert habe. 

Unverantwortlich finde ich die Corona-Demos in allen Landesteilen Bayerns, zu denen auch Menschen aus anderen Bundesländern kommen. 

Vereinsarbeit gehört für mich zum Leben dazu. Ob Kreis- oder Bezirksverband – sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Egal, ob es der Sportverein, die Wasserwacht oder die Seniorenhilfe ist.

Wohlfahrtsarbeit sichert Arbeitsplätze und ist eine Chance für jeden, sich sinnvoll einzubringen. Ein regelmäßiger Dienst wie bei den Tafeln ist wertvoll. Oder ab und zu die Nachbarschaftshilfe zu unterstützen. Es braucht jeden, der anderen eine Stunde seiner Zeit schenken kann.

X-fach bin ich schon Großmutter. Mein Mann und ich haben vier Kinder, insgesamt neun Enkel! Bei mir muss immer was los sein, wenn es zu ruhig ist, gefällt es mir nicht.

Yoga mache ich nicht. Da sehe ich lieber den Allgäuer Ringern bei den Wettkämpfen zu. Das ist ein Sport, der mir schon als Kind sehr gefallen hat. 

Zuhause ist für mich ein Ort, an dem ich zur Ruhe komme, zufrieden bin. Manchmal genügt ein Blick auf unsere Bergkulisse fast vor der Haustür: Das ist meine Heimat, in der ich mich wohl fühle.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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