„Wer nicht präsent ist, verliert“

Azubi-Mangel in Handwerksberufen hält an

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Besonders betroffen vom Azubi-Mangel in Bayern sind Lebensmittelhandwerke wie Bäcker oder Metzger.

Nachwuchs-Not bei Handwerks-Betrieben reißt nicht ab – zum Start des Lehrjahres hat Hallo alle Fakten.

Etwa 22 600 junge Menschen haben Anfang September eine Ausbildung in einem bayerischen Handwerksbetrieb begonnen – 2,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Azubi-Mangel ist eine der größten Herausforderungen des Handwerks. 

„In den Ballungszentren ist die Nachwuchssuche immer noch ein bisschen schwieriger“, weiß Serkan Engin, der bei der Handwerkskammer (HWK) München auch für Ausbildungsberatung zuständig ist.

Wie viele Ausbildungsverträge wurden abgeschlossen? 

In München wurden von Januar bis Ende August gut 1503 Ausbildungsverträge im Handwerk unterschrieben. Das sind etwa 100 mehr als im Vorjahr. 

Für die Münchner HWK das „Ergebnis unserer intensiven Arbeit in Schulen oder auf Messen“. Eine Rolle spielt auch die Ausbildung von Flüchtlingen: Bis Ende August haben 258 Flüchtlinge eine Handwerkslehre begonnen. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es 176.

Wie viele Azubis könnten noch eingestellt werden? 

Konkrete Zahlen, wie viele Lehrstellen heuer in der München unbesetzt bleiben, gibt es noch nicht – da bis jetzt Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Bei der HWK geht man aber von einem „erheblichen Anteil“ aus. 

Die Agentur für Arbeit München hat zuletzt im August Zahlen zur Ausbildungssituation in München erhoben. Damals waren branchenübergreifend rund 2550 Ausbildungsstellen in der Stadt zu haben – darunter 28 für Elektrotechniker, 15 für Maler oder 24 für den Bereich Sanitär, Heizung und Klimatechnik.

Welche Berufe sind besonders vom Mangel betroffen? 

Seit Jahren die größten Sorgen haben Lebensmittelhandwerker wie Bäcker oder Metzger. Oft versuchen diese, Lehrlinge mit besonderen Angeboten zu locken. 

„Gerade auch im Münchner Raum gibt es Bäckereien, die ihren Azubis eigene Wohnungen oder WGs stellen“, teilt die HWK mit. „Aber auch Friseure oder Gerüstbauer suchen dieses Jahr noch händeringend nach Auszubildenden“, so HWK-Ausbildungsberater Engin. 

„Bei vielen herrscht inzwischen die Meinung: „Wer auf Messen nicht präsent ist, der verliert.“

Was tut die HWK gegen den Azubi-Mangel? 

In den letzten Jahren hatte sich die HWK besonders darum bemüht, Abiturienten fürs Handwerk zu begeistern. 

Mit ersten Erfolgen: Inzwischen habe jeder Zehnte, der eine Handwerkslehre beginnt, das Abitur in der Tasche, so die Kammer.

Romy Ebert-Adeikis

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