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Seit 605 Jahren: Das ist Münchens ältestes noch bewirtschaftete Gasthaus

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In der Dorfstraße 39 in Obermenzing steht das 605 Jahre alte Wirtshaus.
In der Dorfstraße 39 in Obermenzing steht das 605 Jahre alte Wirtshaus. © Patricia Stücher

Schon seit über 600 Jahren gibt es den „Gasthof zum Alten Wirt von Obermenzing“ - Hallo stellt Münchens ältestes noch bewirtschaftetes Wirtshaus vor.

München - München – eine Stadt mit Geschichte und Geschichten: In einer neuen Serie begibt sich Hallo auf die Suche nach den ältesten Vertretern ihrer jeweiligen Gattung. Manches ist sogar älter als die 864 Jahre alte Isarmetropole selbst. Diesmal stellen wir Ihnen das älteste Wirtshaus vor.

„Gasthof zum Alten Wirt von Obermenzing“: Münchens ältestes Wirtshaus ist noch immer ein belebter Ort

Gutbürgerlich – so bezeichnet man gerne die traditionelle bayerische Küche. Und selten passt der Begriff Tradition besser als beim „Gasthof zum Alten Wirt von Obermenzing“. Die „Tafern“ wie er früher hieß, wurde 1417 eröffnet und ist mit einem Alter von 605 Jahren Münchens ältestes noch existierende Wirtshaus.

„Obermenzing war früher ein kleines Dorf und bestand nur aus ein paar Bauernhöfen. Der jetzige Gasthof war der größte Bauernhof und Anlaufstation für Pferdekutschen, daher wurde eine Wirtschaft gegründet“, sagt Renate Schlegl, seit 2004 Pächterin des „Alten Wirt“.

Renate Schlegl ist seit 2004 Pächterin des „Alten Wirt“.
Renate Schlegl ist seit 2004 Pächterin des „Alten Wirt“. © Patricia Stücher

Münchens ältestes Wirtshaus: Die Geschichte des Obermenzinger Gasthofs

Der Eigentümer war Anton Englbrechtsmüller, der einen Grund von über 200 Tagwerk besaß. Dies war früher ein deutsches und schweizerisches Flächenmaß, welches umgerechnet ungefähr 68 Hektar sind. Die Entstehung des Wirtshauses verdankt man sicher auch der geographischen Lage. Es liegt direkt neben der Kirche St. Georg und der früheren Würmfurt an der alten Landstraße von München nach Augsburg. „Es war nicht eine simple Bierzapferei, sondern ein besserer Gasthof mit Speisungs-, Tränkungs-, und Beherbergungsverpflichtung“, berichtet Schlegl.

Und nachdem zur damaligen Zeit als Ausdruck höchsten Wohlempfindens dem Jubelruf „Heit is zünftig, heit muaß no oana hi’ wern!“ meist entsprechende Taten folgten, mussten beim Eintritt beim Wirt die Waffen abgegeben werden.

Das Gebäude des heutigen Wirtshauses, das dem Krieg nicht zum Opfer gefallen ist, wurde in den Jahren 1589/90 geschaffen. Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen kurzzeitigen Besitzern, konnte im Jahr 1985 das Münchner Bauunternehmerpaar Kerscher das Anwesen käuflich erwerben. „Wir haben dann erstmal von Grund auf saniert und dabei die orginal 605 Jahre alte Decke freigelegt“, sagt Inge Kerscher. „Ansonsten ist die Gaststätte so geblieben wie früher und wurde nicht tot renoviert“, ergänzt sie. Auch der Flaschenzug, der außen am Gebäude ist, wurde nicht entfernt, obwohl er seit 100 Jahren nicht mehr in Betrieb ist.

Jedoch wurden bei den Sanierungsarbeiten die Kirchenstube, das Gewölbe und der Bauernsaal renoviert, die jetzt für Veranstaltungen reserviert werden können. „Früher waren dort eine Metzgerei ein Weinkeller mit Stangeneis und ein Speicher“, erklärt Schlegl.

Das älteste Café der Stadt

Die Blütezeit der Münchner Kaffeehäuser war zwischen 1900 und 1914. Doch schon im Jahr 1755 wurde Münchens ältestes noch existierende Café, das heutige „Tambosi“, von Giovanni Pietro Sardi gegründet. Es hatte seitdem viele verschiedene Pächter und Namen. Der aktuelle bezieht sich auf Guiseppe Tambosi, der 1849 Hofkellermeister von Maximilian II. wurde.

Im ersten Teil der Serie haben wir mit Maria Ziehbauer Münchens älteste Einwohnerin vorgestellt. Im dritten Teil hat Hallo Münchens ältesten Baum besucht. Wo dieser steht lesen Sie hier.

Patricia Stücher

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