„München: ein Gedicht“

Poetry Slam-Bayern-Meister Philipp Potthast: Bestnoten für seine Reime

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Philipp Potthast ist der frisch gebackene Bayerische Meister im Poetry Slam.

In der Kurz-Serie „München: ein Gedicht“ widmen wir uns den poetischen Seiten der Stadt: Poetry Slam ist angesagt – Bayern-Meister Philipp Potthast erklärt den Dichterwettstreit.

Liebeserklärungen in Vers-Form: In der Kurz-Serie „München: ein Gedicht“ widmen wir uns den poetischen Seiten der Stadt.

Philipp Potthast ist der frisch gebackene Bayerische Meister im Poetry Slam. Worauf es beim Dichterwettstreit ankommt und wie es um die Szene in München steht, hat er in einer Lernpause an der Uni verraten. Denn wenn der 1994 Untergiesinger Poet nicht gerade auf der Bühne steht, büffelt er für sein Jura-Staatsexamen.

Herr Potthast, welche Regeln gibt es beim Poetry Slam?
Nur drei: Erstens ein Zeitlimit von meistens fünf bis zehn Minuten. Zweitens müssen die Texte selbstgeschrieben sein. Und man darf keine Hilfsmittel wie Instrumente oder Requisiten benutzen.

Stilistisch ist alles erlaubt?
Rap, Lyrik, Prosa, Comedy – beim Poetry Slam trifft alles aufeinander. Man kann aber ein paar Genres ausmachen: den Storyteller, der eine lustige Geschichte von sich erzählt. Dann Slam-Lyrik, wie sie zum Beispiel Julia Engelmann macht. Tiefsinnig und mit einem ganz bestimmtem Vortragston. Und das, was ich mache: lustige Rap-Lyrik.

Im Publikum gibt es Bewertungs-Tafeln.

Wie wird der Siegertext ermittelt?
Einerseits gibt es die Möglichkeit, dass am Anfang willkürlich Jury-Tafeln an Leute im Publikum verteilt werden. Die halten dann Noten hoch. Die andere Möglichkeit – und das ist in München häufig so – ist eine Applaus-Abstimmung.

Wie sieht die Münchner Slam-Szene aus?
Es gibt so etwa 15 regelmäßige Poetry Slams. Drei davon sind besonders groß. Der Substanz-Slam, der Isar Slam und der Schwabinger Poetry Slam im Lustspielhaus. Die haben alle eine verschiedene Stimmung. Im Substanz ist es eher unruhig, die Leute stehen, trinken mehr. Wenn dein Text dort ankommt, ist es der beste Abend deines Lebens. Du kannst dort aber auch ordentlich abschmieren. Der Isar Slam hat ein sehr durchmischtes Publikum. Den mag ich auch sehr gerne. Und im Lustspielhaus ist es eher gediegen.

Passen Sie die Textauswahl auf das Publikum an?
Nein. Obwohl das Publikum unterschiedlich ist, kommen die Texte ähnlich an. Einen richtigen Unterschied merkt man eher, wenn man weiter weg auftritt.

Es gibt Münchner Slam-Humor?
Ich habe mal einen Text geschrieben, da ging es um den Heiligen Petrus. Er wurde abgesetzt, doch das Wetter blieb ganz normal. Das hat in München super geklappt, in Berlin haben mich die Leute angeguckt: Wat soll det denn jetz!

Hat es München auch schon in einen Text von Ihnen geschafft?
Ja! Ich habe einen Text, das ist eine Liebeserklärung an die Stadt. München, du Florenz des Nordens, du Ingolstadt des Südens, heißt es darin zum Beispiel. so

Nächste Poetry Slams

  • Philipp Potthast und weitere Münchner Slammer live erleben: Beim Open-Air-Poetry Slam im Kino am Olympiasee am Donnerstag, 11. Juli. Karten unter: www.kinoamolympiasee.de.
  • Weitere Slams gibt es im Juni: Etwa den Mundart-Slam „Wer ko der ko“ am Mittwoch, 12. Juni, 20 Uhr, im Hofspielhaus, Falkenturmstraße 8.
  • Die „Kiezmeisterschaft“ findet am Samstag, 15. Juni, 20 Uhr, im Stragula, Bergmannstaße 66, statt.
  • Der größte Slams Münchens, der „Isar Slam“ steigt am Dienstag, 18. Juni, 20 Uhr, im Ampere, Zellstraße 4.

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