Gesundheit: Cornelia Brammen

Cornelia Brammen: „Yoga kann jeder machen.“

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Yoga macht auch draußen Spaß, zum Beispiel im Olympiapark. Hier eine klassische Yoga-Übung: der zweite Krieger.

Hallo gibt in den nächsten Wochen Tipps rund um das Thema "fit für den Sommer". Diese Woche steht Yoga auf dem Trainings-Plan – wie man bei einer speziellen Aktion sich und anderen Gutes tun kann, dank Yoga, erklärt Cornelia Brammen.

„Gesund in Serie“ – unter diesem Motto beleuchtet Hallo München wöchentlich Themen der Medizin. Aktuell geht es darum, wie Sie fit durch den Sommer kommen. Cornelia Brammen ist im Vorstand des Vereins „Yoga für alle“ und organisiert in sechs deutschen Städten eine lange Nacht des Yogas. Im Interview verrät Brammen, was geboten ist und warum Yoga in allen Lebenssituationen helfen kann.

Cornelia Brammen ist im Vorstand des Vereins „Yoga für alle“.

Cornelia Brammen im Hallo-Interview

Frau Brammen, welche Voraussetzungen braucht man, um an der „Langen Nacht des Yoga“ teilzunehmen?
Eigentlich keine. Mitmachen können sowohl Menschen, die zum ersten Mal Yoga machen, als auch Erfahrene. Leider können wir in München kein spezielles Programm für Menschen höheren Alters anbieten. Das scheitert daran, dass wir keine barrierefreien Räumlichkeiten finden.

Mit dem Ticketerlös finanziert der Verein „Yoga für alle“ soziales Yoga. Was versteht man darunter?
Soziales Yoga ist Yoga für Menschen in Lebenskrisen, mit Trauma-Erfahrungen, Essstörungen oder im Strafvollzug. Dort haben zum Beispiel viele Gefangene eine große Traurigkeit in sich und können durch Yoga wieder positive Erfahrungen machen. Wir bringen die Kurse direkt in die Einrichtungen und möchten so den Betroffenen den Zugang zu Yoga erleichtern.

Wie kann Yoga Menschen in Krisensituationen helfen?
Yoga kann die Menschen dabei unterstützen, wieder eine Verbindung zu sich selbst und zu ihrem Körper zu finden. Es hilft ihnen dabei, sich selbst so anzunehmen, wie sie sind. Auch um Trauer zu überwinden, kann Yoga helfen.

Wie genau funktioniert das?
In Situationen, in denen wir emotional reagieren, atmen wir flach. Ein zentrales Element von Yoga ist die richtige Atmung. Die wird ansonsten im Alltag oft total unterbewertet. Beim Yoga wird man durch eine tiefe Atmung in Ruhe versetzt. Viele Menschen haben in sich eine große Sehnsucht danach.

Wo ist Ihre Gruppe in München aktiv?
Unsere Münchner Gruppe bietet Yoga für Menschen mit Essstörungen und Yoga bei Trauer an. Bald soll es auch „Yoga im Alter“ geben. Wir möchten auch Senioren, denen es finanziell nicht so gut geht, die Möglichkeit geben, daran teilzunehmen. Es geht zum einen um Teilhabe, zum anderen darum, dass ihnen die Bewegung auch körperlich gut tut.

Aber braucht man für Yoga nicht eine gewisse Grundfitness?
Yoga kann jeder machen. Für die Senioren wird es Yoga auf dem Stuhl geben. Das heißt, auch Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen, die zum Beispiel auf einen Rollator angewiesen sind, können mitmachen.

Yoga tut aber nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper gut, oder?
Ja, es unterstützt bei gesunden und fitten Menschen die Mobilität und die Beweglichkeit und ist gut für das Herz. Aber auch erkrankten Menschen kann Yoga therapiebegleitend zum Beispiel in einer Reha helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Yoga ist gut für alle Lebensbereiche. Interview: Claudia Schuri

Die „Lange Nacht des Yoga“ in München

Die „Lange Nacht des Yoga“ findet am Samstag, 22. Juni, zum fünften Mal von 17 bis 23 Uhr in München statt. 26 Studios aus der ganzen Stadt nehmen daran teil und bieten ein abwechslungsreiches Programm an. Sie machen das ehrenamtlich, der gesamte Erlös kommt den sozialen Projekten des Vereins „Yoga für alle“ zugute. Der Eintritt kostet 20 Euro. Einen Überblick über das Programm ist im Internet unter www.yoganacht.de zu finden.

Lesen Sie hier die News aus Münchens Vierteln

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