Münchens neue Quartiere: Die Ludlstraße in Hadern

Vom Brennpunkt zum Treffpunkt

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An der Ludlstraße werden 373 neue Wohnungen gebaut.

Hadern – An der Ludlstraße in Hadern entstehen rund 370 Wohnungen, Kitas, Platz für Künstler, ein Nachbarschaftstreff und mehr

Kreativ, modern, innovativ und versehen mit dem gewissen Etwas. In dieser Serie gibt Hallo einen tiefen Einblick in Münchens ganz neue Quartiere.

Klaus-Michael Dengler ist Geschäftsführer bei der GEWOFAG.

Einst gab es an der Ludlstraße keine Wohnmietverträge: „Nach dem Krieg war das eine schlimme Gegend“, erzählt der Haderner Viertel-Chef Johann Stadler (CSU). „Mittlerweile kann man aber nicht mehr von einem Brennpunkt sprechen, durch die Betreuung hat sich alles sehr gut entwickelt und bald wird’s noch schöner – vor allem für Familien.“ Denn: Die Gewofag baut derzeit 273 Wohnungen, etwa 1200 Menschen werden in den Neubauten Platz finden, im Oktober 2017 war Spatenstich.

Die Ludlstraße im Stadtviertel Hadern umfasst eine Fläche von 30.000 Quadratmetern und bietet Platz für rund 1150 neue Bewohner in 373 Wohnungen. Weitere Informationen unter: https://bit.ly/2QS0cR8

„Die Bauarbeiten schreiten gemäß Planung voran“, erklärt Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler. „Im zweiten Bauabschnitt ist der Rohbau mittlerweile im vierten Obergeschoss angelangt, im ersten Bauabschnitt ist er noch etwas tiefer und im dritten Bauabschnitt beginnen die Arbeiten gerade.“ Die Fertigstellung der verschiedenen Abschnitte sei entsprechend für Mitte 2020 bis Mitte 2021 geplant. Ziel des Projekts sei es, die Siedlung aufzuwerten und ein Quartier mit ausgewogener Sozialstruktur zu schaffen.

Außerdem vorgesehen sind: ein Haus für Kinder mit drei Krippen und drei Kindergartengruppen und ein Kindertageszentrum mit acht altersgemischten Gruppen – mit insgesamt 231 Plätzen. Ebenfalls geben wird es ein Familien- und Beratungszentrum, einen Quartiers- beziehungsweise Nachbarschaftstreff (siehe Seite 15), eine ambulant betreute Wohngemeinschaft sowie zwölf Künstlerateliers. Zu den 373 Wohnungen gehören auch die 19 Wohneinheiten im geplanten Mehrgenerationenhaus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Großhadern.

Im Vergleich zum Altbestand ensteht fast doppelt so viel neue Wohn- und Nutzfläche. Investiert werden rund 115 Millionen Euro.

Daniela Borsutzky

Außenstelle für „Na klar!“

Im Januar 2017 zog der Nachbarschaftstreff aufgrund der Bauarbeiten in die Fürstenrieder Straße 124 bis 126. Freitagabend findet regelmäßig ein offener Jugendtreff statt.

Jochen Sahm (Foto oben, zweiter von rechts) ist seit 2009 Leiter des Kleinhaderner Nachbarschaftstreffs „Na klar!“. In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) bat Sahm das Gremium um politische Unterstützung. Denn: Im 400 Quadratmeter großen Quartierstreff im Neubaugebiet soll eine Außenstelle des „Na klar!“ entstehen. Das Problem: die Finanzierung.

Der Nachbarschaftstreff erhielt für seine „tolle Arbeit“ viel Lob von Mitgleidern des örtlichen Bezirksausschusses.

„Inzwischen vermieten die städtischen Wohnungsbaugesellschaften offenbar keine Räumlichkeiten mehr zu symbolischen Mietpreisen an soziale Einrichtungen“, erklärte Sahm die Problematik den Lokalpolitikern. Sehr zum Bedauern des Pastoralreferenten: „Die Zusammenarbeit mit der Gewogfag ist super. Aber die müssen sich nunmal auch an Vorgaben halten – ich vermute, dass es sich hierbei um eine politische Entscheidung handelt.“ Sahm hat jetzt beim Amt für Wohnen und Migration eine Voranfrage gestellt, für eine Außenstelle des Nachbarschaftstreffs in der Ludlstraße. „Bis Ende des Jahres wird nun der Bedarf geprüft“, sagt Sahm. Seine Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass die Stadt dem Antrag entspricht und einen Teil der Kosten übernimmt.“

Erklärtes Ziel der Gewofag sei laut Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler „in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München ein attraktives Mietpreispaket zu schnüren. Die Abstimmungen hierzu laufen aktuell noch.“ Auch die Stadt könne sich aktuell nicht konkreter dazu äußern, wie Hedwig Thomalla vom Sozialreferat erklärt.

Vom BA erhielt der Nachbarschaftstreff Lob für seine „tolle Arbeit“, die Lokalpolitiker sprachen ihre Unterstützung aus.

Daniela Borsutzky

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