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Behörden im Online-Winterschlaf ‒ Warum Deutschland und München die Digitalisierung verschlafen haben

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Münchens IT-Referentin Laura Dornheim
Münchens IT-Referentin Laura Dornheim erklärt in der Hallo-Kolumne alle digitale Themen, die die Stadt und unsere Leser beschäftigen. © Romy Ebert-Adeikis

In der aktuellen Hallo-Kolumne „München per Mausklick“ erklärt IT-Referentin Laura Dornheim das „Onlinezugangsgesetz” und geht auf Probleme bei der Digitalisierung bei Behörden ein.

München ‒ Wofür OEZ steht, wissen in München so gut wie alle. Aber haben Sie schon von OZG gehört? Das ist kein neues Einkaufszentrum, sondern steht für das „Onlinezugangsgesetz”.

Dieses fordert, dass alle Behördengänge auch online erledigt werden können. Eigentlich bis Ende vergangenen Jahres, leider hat in Deutschland keine Kommune dieses ehrgeizige Ziel erreicht.

Immerhin, in München waren zum Jahreswechsel 202 Verwaltungsdienstleistungen online verfügbar. Von der Anmeldung eines Hundes bis zur Zeugenanhörung können Sie alles von der Couch erledigen.

IT-Referentin Laura Dornheim über Digitalisierung ‒ Warum die Behörden in München im Online-Winterschlaf stecken

Aber warum muss man im Jahr 2023 für oft simple Anliegen noch persönlich bei einer Behörde erscheinen? Wieso funktioniert Online-Banking schon seit Jahren bequem und sicher, während auf Behörden-Websites ein ausfüllbares PDF schon ein Highlight ist?

Ich will hier nichts beschönigen. Fakt ist, dass wir in Deutschland, insbesondere bei staatlichen Stellen und in der Verwaltung die Digitalisierung verschlafen haben.

Dazu kommt die föderale Struktur Deutschlands, die es extrem aufwändig macht, Prozesse anzupacken und zu digitalisieren. Für einige Themen ist der Bund verantwortlich, für andere die Länder und für weitere die Kommune.

Bei einigen wird es sogar noch komplizierter. Beim Kirchenaustritt ist das Land Bayern für die Gesetzgebung verantwortlich, die Stadt muss aber den Service umsetzen. Die aktuelle Gesetzeslage schreibt ein persönliches Vorsprechen vor. Selbst wenn wir in München easy den Kirchenaustritt per Knopfdruck umsetzen könnten, dürften wir das nicht.

Aber es liegt mir fern, nur auf den Fehlern und Hindernissen rumzureiten. Stattdessen habe ich mich mit meiner Kollegin, der KVR-Referentin Hanna Sammüller-Gradl, verbündet. Unser Ziel: das digitale KVR, das jederzeit und von überall aus erreichbar ist.

„München per Mausklick“

Die Kolumne von Münchens IT-Referentin Laura Dornheim (Grüne) erscheint immer am letzten Mittwoch des Monats. Haben Sie Fragen? Schreiben Sie gerne eine E-Mail an redaktion@hallo-muenchen.de

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