Ein Held ohne Ruhm

Neue Erinnerungstafel: Verschleiert die Gestaltung die Geschichte?

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Hella Schlumberger (rechts) und Bürgermeisterin Christine Strobl vor der Tafel in der Türkenstraße.

Maxvorstadt – Der Widerstandskämpfer Georg Elser bekommt endlich eine eigene Erinnerungstafel in der Stadt. Doch deren Gestaltung sorgt für Ärger und Unverständnis. Die Hintergründe...

Eine Gedenktafel erinnert künftig in der Türkenstraße 94 an den Widerstandskämpfer Georg Elser. Georg Elser lebte im Sommer 1939 für einen Monat zur Untermiete in dem Gebäude. An seinem 74. Todestag enthüllten Bürgermeisterin Christine Strobl und Hella Schlumberger die Tafel.

Schlumberger ist Initiatorin des Projekts und kämpft schon seit langem um mehr Anerkennung für Elser. Denn neben der „Weißen Rose“ sei Georg Elser eher unbekannt, so Schlumberger. Dabei hätte er durch sein Handeln den Zweiten Weltkrieg verhindern können. Am 8. November 1939 ließ Elser im Bürgerbräukeller eine Bombe explodieren, um Adolf Hitler zu töten. Dieser verließ die Veranstaltung jedoch früher als geplant. Elser wurde festgenommen und am 9. April 1945 im KZ Dachau getötet.

Die Gedenktafel ist nun ein Schritt ihn zu würdigen, aber: „Man sieht zwar Elser, aber leider keine Erklärung über die Hintergründe“, kritisiert Schlumberger. Als sie dies bei der Stadt bemängelte, habe sie als Antwort bekommen, dass jeder im Internet recherchieren könne. 

Für die Leiterin der Georg-Elser-Initiative ist dies ein Unding: „Elser hat vor allen anderen erkannt, welche Gefahr die Nationalsozialisten darstellen, aber bekommt nicht den nötigen Respekt gezollt.“ Damit Elser auch jungen Menschen ein Begriff wird, will Schlumberger nun zumindest eine App mit Informationen über sein Leben anbieten.

Tim Pohl

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