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Gewinnen sie Tickets für Ecco DiLorenzo

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Zwei Namen, ein Mann: Der Isarvorstädter nennt sich als Kabarettist Ecco Meineke, als Musiker Ecco DiLorenzo. Mit seinem Jazz-Quartett hat sich der 51-Jährige einen langersehnten Traum erfüllt – Premiere ist jetzt im Lustspielhaus. Wofür sein Herz schlägt und wie er die rechte Szene beurteilt, verrät er im Interview.

Warum haben Sie gleich zwei Künstlernamen?

Damit das Publikum nicht durcheinander kommt. DiLorenzo steht für Soul, Jazz und Blues, Meineke für Kabarett und Folk. So verhindere ich, dass jemand in die Lach & Schieß kommt und fragt: Wo sind die Mädels und die Bläser.

Wo schlägt das Herz höher, beim Kabarett oder bei der Musik?

Immer gleich hoch, egal, was ich mache.

Sie waren bis 2011 sieben Jahre im Ensemble der Lach  und Schieß, warum sind Sie weg?

Ich wollte meinen Namen nochmal so richtig etablieren.  Und mir fehlte die Musik. Die Lach & Schieß zu verlassen war ein schwerer Entschluss, es war eine große Ehre und ich konnte reichlich Erfahrungsschatz sammeln. Jetzt bin ich wieder autonom.

Ihre neue CD heißt „Self fulfilling prophecy“. Wie ist der Titel zu verstehen?

Der ist mir zugeflogen. Als Kind, aufgewachsen in einer süddeutschen Kleinstadt, habe ich im Fernsehen gerne Show-Entertainer gesehen. Das Feeling für die große weite Welt wollte ich auch. Nach 30 Jahren Soul und 15  Jahren Jazz habe ich mir jetzt diese Prophezeiung erfüllt.

Was macht die Faszination von Jazz aus?

Für mich ist das Ganze wie ein innerer Kompass, mit dem man sich in einem Dschungel bewegt. Man darf sich in der Improvisation verlieren und bleibt dennoch im Gefüge.

Wird es ein neues Kabarett-Programm geben?

Ja. Es kommt im Herbst 2013 und heißt „Liberté, Egalité, Humbatäterä-tätä“ und handelt von dem Versuch, der Demokratie auf die Spur zu kommen.

Sie haben sich auch für die Bildende Kunst engagiert, was war Ihre bisher wichtigste Arbeit?

Als Jugendlicher habe ich mit dem Fotografieren begonnen. Jetzt konzentriere ich mich auf Video- und Rauminstallationen. Es ist schwierig, davon zu leben, man muss aus allen bürgerlichen Sicherheits-Strategien aussteigen, weil die Kunst der Installation nicht Markt-konform ist.

Sie engagieren sich auch mit Andy Arnold als „Shtetlmusikanten” bei Anti-NPD-Festen. Wie sehen Sie die braune Gefahr?

Ich denke, das soziale Gefüge ist mehr als löchrig. Die Besitzenden sind nicht gewillt, auch nur ein Prozent ihres Besitztums abzugeben. Daher wohl der Gedanke: Sollen sich die da unten die Köpfe einschlagen, dann passiert uns hier oben nichts.

Sind Sie anderweitig politisch engagiert?

Ich bezeichne mich als „Wasseraktivist“. Mein erstes Soloprogramm hieß „und wir kamen aus dem Wasser“. Außerdem beschäftige ich mich mit der Situation der Flüchtlinge, bin gegen Atomenergie und als Pazifist Anhänger der Kampagne „Kein Krieg gegen den Iran“.

Schlägt Ihr elfjähriger Sohn eher nach dem Musiker oder dem Kabarettisten-Vater?

Johnny muss nicht nach mir schlagen. Aber er ist ein genialer Wortspieler und extrem musikalisch.

Was sind Ihre Lieblingsplätze in München?

Oh, da gibt es ganz ganz viele. Erst mal die Isar, verrückterweise die Theresienwiese, wenn sie ganz leer ist. Außerdem höre ich gerne den Straßenmusikanten in der Fußgängerzone zu. Und wenn Party angesagt ist, findet man mich in der Salsa-Szene.

Was gefällt Ihnen an München nicht?

Es gibt einen Protz in dieser Stadt, der nicht mal Stil hat. Außerdem finde ich es schrecklich, dass die kleinen Live-Bühnen in München zwischen 

GEMA und lärmempfindlichen Nachbarn aufgerieben werden. Von den Mieten ganz zu schweigen – die sind mein Hassobjekt Nummer eins.

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