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Gewinnen Sie Tickets für die Lesung von Moses Wolff

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© Chr. Vogel

Münchner Urgewächs, Oktoberfest-Experte, Kämpfer für Künstlerkneipen – und nun auch noch Krimi-Autor. Sein neuestes Werk „Monaco Mortale“ spielt – wo sonst – auf der Wiesn. Wo er dort schon richtig die Sau rausgelassen hat, wieso er einen Ordner rauswerfen ließ und welchen Gaststätten er zu Ruhm verhilft, verrät der Isarvorstädter im Interview.

Herr Wolff, in Ihrem Krimi passiert auf der Wiesn ein klassischer Mord. In Zeiten von Terrorangst atmet man da ja schon fast erleichtert auf. Wie sieht es bei Ihnen privat aus? Gehen Sie heuer mit gemischten Gefühlen aufs Fest?

Ich habe keinerlei Terrorangst. Auch alle meine Freunde werden hingehen. Ich kenne nur eine einzige Bedienung, die nicht kommt. Sie musste es ihrer Tochter versprechen. Ich selbst werde aber jeden Tag dort sein. Die Wiesn ist ja eines meiner Hauptaktionsfelder zum Netzwerken und der Anstichtag quasi der wichtigste Tag des Jahres. Kurz davor habe ich immer schon Countdowns auf meinem Computer eingerichtet, die die Tage runterzählen.

Im Ernst jetzt?

Ernsthaft. Es gibt auch Vorbereitungstreffen mit Freunden – wir zelebrieren das richtig.

Wie darf man sich denn bitte ein Wiesn-Vorbereitungstreffen vorstellen?

Zum Beispiel gibt es eine inoffizielle Bierverkostung. Da dürfen wir das Wiesn-Bier probieren. Oder wir überlegen, was für Glubberl – diese hölzernen Wäscheklammern mit Aufdruck – wir uns diesmal machen, und legen die Tage fest, wann wir in welches Zelt gehen.

Moses Wolff geht auch in andere Bierzelte? Nicht nur zu seinem Stammplatz im Hacker-Biergarten?

Klar, zum Beispiel in die Fischer-Vroni, ins Löwenbräu und in den Augustiner-Biergarten. Nur ins Augustiner-Zelt gehe ich nicht mehr, seit man nicht mehr ins Podest unter der Band gehen kann. Da gab es früher die besten Partys.

Dazu gibt es auch eine herrliche Szene in Ihrem Buch. Waren die Partys da früher wirklich so wild?

Ja, es ist eine verbürgte Tatsache, dass dort die meisten aller Wiesn-Kinder gezeugt wurden. Das bestätigt jede Bedienung, die schon länger dabei ist.

Ja, es ist eine verbürgte Tatsache, dass dort die meisten aller Wiesn-Kinder gezeugt wurden. Das bestätigt jede Bedienung, die schon länger dabei ist.

Waren Sie selbst mal in diesem Podest dabei?

Zwei Mal. Und es war genauso, wie ich es im Buch beschrieben habe. Mittlerweile dürfen da aber wirklich nur noch Bedienungen rein, um sich umzuziehen, weil es immer total eskaliert ist.

Nicht nur diese Anekdote haben Sie aus dem echten Leben übernommen. Es findet sich auch eine ganze Handvoll Ihrer Stamm­kneipen wieder. Stehen jetzt andere Wirte Schlange, um im nächsten Buch vorzukommen?

Das gibt es tatsächlich. Gespielt eingeschnappte Barbesitzer, die dann ins nächste Buch wollen. Aber das alleine reicht natürlich nicht. Ich schreibe nur die rein, die auch wirklich gut sind.

Die zweite Hauptfigur hat zudem eine gewisse Ähnlichkeit mit Ihnen...

Ich bin der Quirin, richtig! Sollte das Buch mal verfilmt werden, möchte ich unbedingt den Quirin spielen. Aber ich tauche zum Beispiel auch als Stammgast im Hacker-Biergarten auf.

Wo Sie Stammgast sind und 2015 Ihren eigenen Briefkasten hatten. Den gibt’s heuer nicht mehr. Sind Sie traurig?

Das war auch vergangenes Jahr schon nicht ganz offiziell. Mein Nachsendeantrag bei der Post ist halt tatsächlich durchgegangen und da wollte ich auch einen Briefkasten. Toni Roiderer wollte das eigentlich nicht, fand es dann aber doch ganz lustig. Aber die Brauerei findet das wohl nicht so gut und deshalb lassen wir das heuer. Dafür fragt mich jetzt mein Postler schon seit zwei Wochen, wann ich denn jetzt meinen Nachsendeantrag stelle.

Stimmt es, dass die Wiesn-Sicherheit jeden Morgen den Briefkasten durchsucht hat?

Das stimmt. Es war auch immer gut was los an meinem Briefkasten. Dadurch, dass es in den Zeitungen stand, wussten ja viele davon. Das Problem war nur, dass man da auch hätte Post rausfischen können. Also musste ich immer schon ganz früh meine Post rausnehmen, nicht, dass da noch ein wichtiger Brief wegkommt.

Man konnte ja aber auch Dinge hineinstecken. Gab es kuriose Funde?

Man konnte ja aber auch Dinge hineinstecken. Gab es kuriose Funde?

Es waren natürlich ganz viele private Zettelchen drin. So nach dem Motto: „Hallo, leider warst du nicht da, wir sind im Augustiner.“ Leider stand meist weder ein Name noch eine Uhrzeit dabei. Oder natürlich der Klassiker: „Willst du mit mir gehen? Ja, nein, vielleicht?“

Stichwort Anbandeln: In Ihrem Buch gibt es eine Szene, in der ein Security-Mitarbeiter hübsche Frauen ins wegen Überfüllung geschlossene Zelt schmuggelt, wenn sie ihm ihr Höschen dafür geben.

Ich hatte mich vor fünf Jahren mal mit einer Freundin im Zelt verabredet. Ich war schon drin und habe gewartet, und ihr ist genau diese Sache passiert. Inklusive Wäscheleine im Kammerl, an der schon ganz viele Damenhöschen hingen.

Ein echter Skandal. Wieso ging der nicht durch die Medien?

Vermutlich waren alle Damen froh, drin zu sein, und haben keine Anzeige erstattet. Wir haben das damals aber dann dem Chef der Security gesagt und der Höschen-Sammler hat seinen Job verloren. Ich sage aber nicht, in welchem Zelt. Nur so viel: Im Hacker war es nicht.

Das Interview führte Marco Litzlbauer.

Verlosung

In „Monaco Mortale“ (Piper) lässt Moses Wolff den Privatdetektiv Hans Josef Strauß – einen westfälischen Wahlmünchner – im Fall eines ermordeten Schankkellners auf dem Oktoberfest ermitteln. Dieser wurde in einem unterirdischen Lager erstochen neben einem frisch angezapften Fass Bier gefunden. Mit vielen aberwitzigen Momenten garniert hat Wolff so einen kultigen Ermittler erschaffen, der schon im Mai des kommenden Jahres an seinem zweiten Fall arbeiten soll. 

Wir verlosen 5x2 Karten für den Auftritt von Moses Wolff am Samstag, 1. Oktober (20 Uhr), im Hofspielhaus, Falkenturmstraße 8. Dort lädt er zusammen mit Liesl Weapon zum „Zapfenstreich“ – ein Konglomerat aus „Lustigkeiten, gepaart mit sanfter Musik und weisem Übermut“. Karten für 22 Euro gibt es unter der Telefonnummer 24 20 93 33.

Einsendeschluss: 15.September.

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