Wie Energie klingt

Vorleser mit Auszeichnung: Axel Milberg im Interview

Der Schauspieler Axel Milberg lächelt in die Kamera.
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Dem Schauspieler Axel Milberg wird der Deutsche Hörbuchpreis verliehen.

Dem Schauspieler wird der Deutsche Hörbuchpreis verliehen. Zeit mit ihm übers Sprechen zu reden.

Tatort-Kommissar in Kiel, Roman-Autor, Drei-Fragezeichen-Erzähler: Axel Milberg (Foto: Gabo/HVB) hat viele Gesichter. Und eine ausgezeichnete Stimme: 2020 wird ihm der Deutsche Hörbuchpreis verliehen. Zeit, übers Sprechen zu reden.

Herr Milberg, angenommen, jemand döst bei einem Hörbuch, das Sie eingesprochen haben, ein. Kompliment oder Affront?
Ich höre das öfters: „Ich schlafe mit Dir ein. Du hast so eine beruhigende Stimme.“ Und genauso harmlos kommt in vielen Geschichten das Böse um die Ecke geschlichen.

Was hat ein Hörbuch, was man beim Selber lesen verpasst?
Du kannst es hören im Auto, Flugzeug, in der U-Bahn oder im dunklen Zimmer. Du vertraust Dich der Interpretation an. Der Sprecher kennt gleichsam den Weg durch die Dunkelheit. Auch seine Energie wird Dir geschenkt.

Wie schlimm ist es, ein Hörbuch für einen Roman einzusprechen, der einem nicht gefällt?
Ich sage eigentlich nur zu, wenn ich mit den Geschichten was anfangen kann.

Wenn Sie Thriller einsprechen – bekommen Sie es im Studio auch mal mit der Angst zu tun?
Nein, Angst nicht. Vielleicht Mitleid.

Welche Bücher wurden bei Ihnen in der Familie vorgelesen?
Meine Mutter hat uns viele Märchen vorgelesen. Grimm, Hauff, Andersen, Geschichten aus 1001 Nacht.

Haben Ihre Söhne ??? gehört?
August, unser jüngster Sohn hat ??? gehört, schon bevor ich der Erzähler der ??? wurde.

Das Hörbuch zu Ihrem Roman „Düsternbrook“ haben Sie selbst eingelesen. Haben Sie dabei noch Stellen gefunden, die Sie dann gerne geändert hätten?
Ich hatte immer wieder mein Manuskript geändert und verbessert, so dass man es mir fast entreißen musste, damit ich abgebe. Aber natürlich, es bleibt immer alles schrecklich unvollkommen.

Düsternbrook endet quasi mit der Ankunft des Protagonisten in München. Steilvorlage für eine Fortsetzung?
So war es ursprünglich angedacht. Aber der Piper- Verlag und ich wollen einen Roman, der eben nicht die erwartete Fortsetzung des erwachsenen Schauspielers ist, was ja auch meist zu einer Ansammlung von Anekdoten führt. Sondern mehr noch als im ersten Buch „Düsternbrook“ eine Erfindung zum Inhalt eines Romans machen. Menschen und Geschehnisse, die nicht reale Personen wiedergeben. Das ist nicht leicht. Ich werde auch erst im Winter damit beginnen können.

Kiel ist zu Düsternbrook wie München zu …?
„Kiel ist zu Düsternbrook“ wie „München zu Altbogenhausen“.

Wenn Sie Münchner Tatorte sehen: Haben Sie manchmal das Gefühl, gerne „hier“ Kommissar zu sein?
Oh nein, überhaupt nicht. In Kiel bin ich richtig. „Dös passt“ - wie der Bayer sagt.

Axel Milberg - Das Abenteuer des Vorlesens: Mittwoch, 21. Oktober, Literaturhaus, Salvatorplatz 1, Beginn: 20 Uhr, Saaltickets ausverkauft, Livestream-Tickets für fünf Euro unter www.reservix.de

Verlosung 

Hallo München verlost 5 Livestream-Tickets.

Teilnahmeschluss: 14. Oktober.

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

Viel Glück!

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