Zähneknirschen oder Mundgeruch? Das muss nicht sein!

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Dr. med. dent. Tilo Bartels (mitte) mit seinen Kollegen Dr. Thomas Sagner (links) und Zahnarzt Christian-Rainer Knopp.

Wenn Zähneknirschen krank macht

„Zähne zusammenbeißen“ oder „mit den Zähnen knirschen“ – diese Sprachbilder kennt wohl jeder. Tatsächlich aber können sie auch eine wörtliche, sehr schmerzhafte Bedeutung haben: Wer ist nicht schon am Morgen mit verspannten Kaumuskeln aufgewacht?! Der Münchner Zahnarzt Dr. med. dent. Tilo Bartels erklärt Ursachen und Therapiemöglichkeiten. 

Oft arbeiten Menschen den täglichen Stress in der Nacht an ihren Zähnen ab, sie knirschen und pressen dann mit den Zähnen. Das führt zu Abrasionen, einer sichtbaren Abnutzung der Zähne, zu Sprüngen im Zahnschmelz, Spannungsschmerzen in der Muskulatur und Kiefergelenksknacken sowie -schmerzen, die oft als Ohrenschmerzen fehlinterpretiert werden. Auch Gesichts- und Kopfschmerzen, Kloß-Gefühl im Hals, Verspannungen im Schultergürtel, Schluckstörungen und Ohrgeräusche (Tinnitus) können auftreten. 

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), so der Name für das Gesamtbild, kann auch weitergegeben werden. So sind bei Kindern von Eltern mit Bruxismus häufig schon die Milchzähne massiv abgeknirscht. Und im Sinne der absteigenden Kette können Kiefergelenksfunktionsstörungen sogar einen negativen Einfluss auf die Körperstatik haben. Laut Prof. Dr. Harald Gumbiller, Facharzt für Orthopädie, sind sie in 85 Prozent der chronischen Hals- und Lendenwirbelsäulenschmerzen Haupt- oder Mitursache. Prof. Gumbiller hat den Kiefergelenks-Ohr-Akupunkturpunkt erforscht, über den er nach manualtherapeutischer Einstellung der Körperstatik zunächst die neuronale Ansteuerung der Kaumuskulatur auf den natürlichen Zustand zurücksetzt. 

Nun folgt die eigentliche Therapie mit einer Entspannungsschiene für die Nacht; im Einzelfall kann am Tag zudem eine nicht-invasive Snap-On-Bisshebungsschiene zum Einsatz kommen. Untersuchung sowie Behandlung werden interdisziplinär von spezialisierten Kieferorthopäden, Orthopäden und Osteopathen begleitet. Sind korrekte Bisslage und -höhe etabliert, werden diese mit modernsten Keramiken in eine definitive Versorgung mit Kronen, Onlays und Veneers übertragen. 

Soweit muss es allerdings gar nicht erst kommen: Viele Fälle lassen sich schon mit Manualtherapie und Ohrakupunktur, mit der Entspannungsschiene für die Nacht und mit Entspannungsübungen am Tag lösen.

Frischer Atem

Jeder vierte Erwachsene leidet zu bestimmten Tageszeiten an Mundgeruch, jeder zehnte ständig. Dass dies kein unabwendbares Schicksal ist und erfolgreich behandelt werden kann, beschreibt Dr. Tilo Bartels, Zahnarzt und Oralchirurg im Herzen Münchens.

So gering die Relevanz des Themas Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt, im Vergleich zu anderen Krankheiten vielleicht erscheint, so weitreichend können die psychischen Folgen für die Betroffenen sein. Unsicherheit, Hemmungen, Ängste im Umgang mit anderen Menschen stehen hier an erster Stelle, das soziale und auch das berufliche Leben werden oft stark beeinflusst. 

Wer also das Gefühl hat, nicht nur nach Alkohol-, Nikotin- oder Knoblauchkonsum kurzzeitig unangenehm aus dem Mund zu riechen, sollte nicht lange zögern und einen Termin bei einem Zahnarzt mit Halitosis- Sprechstunde vereinbaren. 

Eine gründliche Untersuchung vom Spezialisten inklusive Karies-Diagnostik, Parodontalstatus, Messung der Speichelflussrate und ausführlicher Halitosis-Anamnese grenzt die Ursachen ein und ermöglicht meist schnelle Abhilfe durch eine gezielte Therapie. Denn die Auslöser liegen zu 90 Prozent in der Mundhöhle und – entgegen landläufiger Meinung – nur zu unter einem Prozent im Magen. Es sind vor allem Zungenbeläge und Parodontitis oder weitere orale (Ko-)Faktoren wie die Speichelqualität und -fließrate, die u.a. von der täglichen Trinkmenge abhängt. 

Aber wie entsteht Mundgeruch genau? 

Der Mund ist voller Bakterien, die dort in einem ökologischen Gleichgewicht leben. Sie „ernähren“ sich von Nahrungsresten oder abgeschilferten Schleimhautzellen, zersetzen und verdauen diese. Vor allem anaerobe, ohne Sauerstoff überlebensfähige Bakterien, die in Schmutznischen, auf der Zunge oder in Zahnfleischtaschen sitzen, produzieren dabei flüchtige Schwefelverbindungen, die wir beim Ausatmen als Mundgeruch wahrnehmen. Diese nur in Millionstel Anteilen in der Atemluft enthaltenen, unterschiedlichen Schwefelverbindungen können in spezialisierten Zahnarztpraxen per Gas- Chromatographie mit dem hochmodernen OralChroma™- Halitosis-Messgerät gemessen werden. Die differenzierte Analyse der Atemluft ermöglicht dann die objektive Bestimmung der Intensität des Mundgeruchs und zusammen mit der klinischen Untersuchung eine genaue Ursachenbestimmung und Erfolgskontrolle. So kann eine maßgeschneiderte Behandlung folgen. 

Im besten Fall genügen einige Sitzungen bei der spezialisierten Dentalhygienikerin, die eine Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen und Zungenpapillen vornimmt und Tipps für die häusliche Mundhygiene gibt.

Praxis für Zahnheilkunde
Dr. med. dent. Tilo Bartels

Theatinerstraße 47/Betten Rid Haus, München
Tel. 089/299991
www.dr-bartels.de

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