Betriebserlaubnis entzogen

Nach Großbrand in Recyclinganlage: Keine überhöhte Schadstoffbelastung

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In Wörth an der Isar gab es in einer Recycling-Firma einen Großbrand.

Auf dem Gelände einer Recycling-Firma brennt es - nicht zum ersten Mal. Behörden geben jetzt Entwarnung: Es ist keine überhöhte Schadstoffbelastung festgestellt worden.

Update vom 7. Juni 2019

: Nach einem Großbrand in einer Recyclingfirma in Wörth an der Isar (Landkreis Landshut) haben die Behörden Entwarnung wegen einer möglichen Schadstoffbelastung gegeben. Es seien keine überhöhten Werte in der Luft gemessen worden, sagte ein Sprecher des Landratsamts Landshut auf Anfrage am Freitag. Zur Sicherheit der Bevölkerung habe das Landratsamt jedoch weitere Untersuchungen von Bodenproben sowie von Obst und Gemüse aus der Umgebung des Brandorts in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse seien im Laufe der kommenden Woche zu erwarten.

Auch hinsichtlich einer möglichen Belastung durch Schwermetalle hatten noch in der Brandnacht entnommene Bodenproben keine kritischen Werte geliefert. Da vor allem Elektroschrott und Autokarosserien verbrannten, war befürchtet worden, dass in den niedergegangenen Rußpartikeln giftige Dioxine und Furane enthalten seien könnten.

Als Konsequenz aus dem Großfeuer von Montagabend hatte das Landratsamt dem Unternehmen die Betriebserlaubnis entzogen. „Wir sind an einer Katastrophe vorbeigeschrammt“, sagte Landrat Peter Dreier (Freie Wähler). Die niederbayerische SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller forderte die Staatsregierung zu einer lückenlosen Aufklärung auf. Sie will wissen, in welchen Abständen der Betrieb auf Sicherheitsaspekte kontrolliert wurde und wie die Bevölkerung in Zukunft geschützt werden kann. Es war bereits der dritte Brand auf dem Firmengelände seit Februar.

Originalmeldung vom 4. Juni: Wörth an der Isar - Nach einem nächtlichen Großbrand in einer Recyclingfirma in Wörth an der Isar hat das Landratsamt Landshut dem Unternehmen sofort die Betriebserlaubnis entzogen. Landrat Peter Dreier sagte am Dienstag: „Wir sind an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.“

Schrott und Autokarosserien auf dem Firmengelände waren am Montagabend in Brand geraten - dicke Rauchwolken zogen über den Ort, die Sicht auf der nahen Autobahn 92 war zeitweise eingeschränkt, Züge drosselten aufgrund der schlechten Sicht ihre Geschwindigkeit. Mehr als 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz, wie eine Polizeisprecherin sagte. Aber erst nach zehn Stunden konnten sie den Brand löschen.

Landrat entzieht Betriebserlaubnis und warnt die Bevölkerung

Anwohner auch in benachbarten Ortschaften mussten Fenster und Türen geschlossen halten. Messungen zeigten zwar keine Gefahr. Die Anwohner wurden aber aufgerufen, Obst und Gemüse aus dem Garten nicht zu verzerren oder gründlich zu waschen. Das Landesamt für Umwelt untersucht nun in Bodenproben, ob die Rauchwolke Schadstoffe hinterlassen hat. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zur Brandursache.

Es war bereits der dritte Brand auf dem Firmengelände seit Februar. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Deshalb können wir es nicht zulassen, dass bei dieser enormen Gefahrenquelle bei der Recyclingfirma weiter der Betrieb unbehelligt weiterläuft, obwohl es jederzeit zur Katastrophe kommen könnte“, sagte Landrat Dreier und entzog ihr die Betriebserlaubnis.

Auch in Bremen war es nach einer Explosion zu einer dunklen Rauchwolke gekommen.

dpa

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