Überfrierende Nässe in Bayern

Blitzeis-Alarm: 140 Unfälle - Fußgängerin lebensgefährlich verletzt

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So sah die DWD-Karte um 10 Uhr aus. Rot bedeutet: besondere Glätte.

München - In großen Teilen Bayerns kam es Freitagfrüh zu gefährlicher Glätte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor Blitzeis. Teilweise fielen Schulen aus, es gibt Verletzte.

Wegen Glatteis hatte der Deutsche Wetterdienst für Freitag eine amtliche Unwetterwarnung der zweithöchsten Stufe für Teile Bayerns herausgegeben. Betroffen waren in der Früh vor allem die Oberpfalz und Teile Frankens, doch auch in Oberbayern waren die Straßen am Freitagmorgen wegen überfrierender Nässe spiegelglatt. Auf der Seite des DWD wurde für manche Teile Bayerns sogar davor gewarnt, ins Auto zu steigen oder gar aus dem Haus zu gehen. Die amtliche Warnung lief bis 12 Uhr, mittlerweile wurde die Warnung aufgehoben. 

In der Früh war es wegen des Blitzeises bereits zu mehreren Unfällen in Ober-, Mittel- und Unterfranken gekommen, wie die Polizeipräsidien mitteilten - und das, obwohl in der Nacht die Winterdienste unterwegs gewesen waren.

140 Unfälle - Zeitungsausträgerin verletzt sich bei Sturz lebensgefährlich

In der Oberpfalz registrierte die Polizei bis zum Morgen rund 80 Verkehrsunfälle, hauptsächlich wegen Glätte. „Zum Glück wissen wir bisher von keinen Schwerverletzten“, sagte ein Sprecher. Elf Menschen erlitten leichte Verletzungen, allerdings handle es sich dabei vor allem um Fußgänger, die stürzten. In Mittelfranken verletzte sich eine Zeitungsausträgerin schwer am Kopf.  Auf den teilweise spiegelglatten Fahrbahnen in Oberfranken kam es der Polizei zufolge zu mehr als 60 Unfällen, bei sechs davon verletzten sich Menschen leicht. 

Deutlich weniger Unfälle gab es in Mittelfranken, nur zwei Autounfälle sind nach Angaben eines Polizeisprechers auf Eis zurückzuführen. Doch eine Zeitungsaussträgerin stürzte so schwer, dass sie sich lebensgefährliche Verletzungen am Kopf zuzog.

Glatteis: Schulen im Landkreis Bayreuth fielen aus

Freuen durften sich über das Blitzeis die Schüler im Landkreis Bayreuth: Dort fiel wegen der Glätte der Unterricht an sämtlichen Schulen aus. „Natürlich ist die Nachricht für einige Schüler zu spät gekommen“, sagte Schulrat Werner Lutz am letzten Tag vor den Weihnachtsferien. Diese Kinder würden allerdings von Lehrern betreut, die unter geringerer Gefahr zu den Schulen hatten kommen können. Die Entscheidung, alle Schulen in Stadt und Landkreis zu schließen, sei eine große Ausnahme, erklärte Lutz. „Aber es war wirklich eine durchgehende Eisfläche. Ich habe einige Fußgänger liegen sehen“, sagte der Schulrat. „Es ist also durchaus gefährlich.“

Blitzeis & Co.: Das ABC der Winterglätte

Blitzeis, Eisregen oder gefrierende Nässe - Frost und Feuchtigkeit bringen im Winter selbst erfahrene Autofahrer ins Schleudern. Das ABC der gefährlichen Glätte: © dpa
BLITZEIS entsteht, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde bei geringen Temperaturschwankungen zu Regen werden und auf Frostboden fallen. Dort gefrieren die Tropfen in Sekundenschnelle zu einer Eisschicht. © dpa
Beim GEFRIERENDEN REGEN treffen mit mehreren Minusgraden unterkühlte Tropfen auf den Boden und gefrieren sofort nach dem Kontakt mit eiskaltem Grund. © dapd Eisregen 2002
Bei EISREGEN gefrieren die Tropfen bereits in der Luft und schlagen als Eiskörner auf. © dpa
GEFRIERENDE NÄSSE ist besonders tückisch. Obwohl das Thermometer im Auto für die Umgebung Plusgrade anzeigt, kann die Straße glatt sein, weil die Temperatur am Erdboden unter Null abgesunken ist und Niederschlag dort gefriert. © dapd
REIF: Sinkt bei trockenem Wetter die Temperatur der feuchten unteren Luftschichten unter null Grad, setzt sich Reif auf der Erde ab und gefriert. © dapd
SCHNEE macht Straßen rutschig, wo er festgefahren auf dem Asphalt liegt. Auch geschmolzener Schnee kann Glätte verursachen, wenn er auf der Straße wieder anfriert. © dpa

Ab Samstagnacht rechnen die Meteorologen übrigens mit kräftigem Wind, der Regenwolken über das Land fegt und in ganz Deutschland für nasse und windige Weihnachten sorgen könnte. An der Küste und in den Bergen wird es besonders stürmisch. Eine positive Seite gewinnen die DWD-Meteorologen ihrer Prognose dennoch ab: Mit Glatteis sei bei Temperaturen von sieben bis zwölf Grad nicht zu rechnen.

mes/dpa

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