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Schlangestehen für den Rodelspaß: Traumwetter lockt Ausflügler in die Berge - Unfälle bleiben nicht aus

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Von: Cornelia Schramm

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Eine Stunde lang mussten Rodel-Begeisterte auf eine Gondel warten – erst dann ging es an die Abfahrt.
Eine Stunde lang mussten Rodel-Begeisterte auf eine Gondel warten – erst dann ging es an die Abfahrt. © Thomas Plettenberg

Erst im Stau stehen und dann auch noch auf die Gondel warten: Rodel-Begeisterten am Wallberg hat das die Laune nicht vermiest - andernorts ist es beim Wintersport zu Unfällen gekommen.

Wallberg/Oberammergau – Eine lange Schlange hat sich am Sonntag vor der Bergstation am Wallberg in Rottach-Egern (Kreis Miesbach) gebildet. Um die über sechs Kilometer lange Naturrodelbahn abzufahren, nahmen die Fahrgäste der Wallbergbahn eine Wartezeit von über einer Stunde in Kauf. Wer einen Rodel ausleihen musste, stand noch länger an. „Jeweils 1850 Fahrgäste waren es am Wochenende“, erklärte Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Brauneck- und Wallbergbahnen. „Bei dem Wetter war das zu erwarten – aber die meisten hatten Verständnis dafür, dass es auch wegen der 2G-Kontrollen dauern kann.“

Andere drehten beim Anblick der Schlange wieder um und versuchten andernorts ihr Glück. In den Skigebieten, etwa am Spitzingsee und Sudelfeld, gab es aber schon ab neun Uhr keine Parkplätze mehr. Ein ähnliches Bild fanden Wintersportler in Garmisch-Partenkirchen am Hausberg vor. „Weil die letzte Saison flachgefallen ist, haben die Menschen vermutlich umso mehr Lust auf Wintersport“, so Asenstorfer. Wer es bis nach oben geschafft hat, fand am ganzen Alpenrand traumhafte Bedingungen vor: Sonne satt und griffiger Schnee.

Ettaler Mandl: Hubschrauber rettet Paar aus Aichach-Friedberg nach Lawinenabgang

Das Wetter sorgte nicht nur für volle Parkplätze, sondern auch für lange Staus. „Da will jeder irgendwohin“, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Samstag. Voll waren die Autobahnen gen Süden, wo Autofahrer schon am frühen Morgen viel Geduld brauchten. 25 Kilometer staute es sich etwa auf der A 8 zwischen dem Autobahnkreuz München Süd und Irschenberg – die Verkehrsbelastung war zu hoch, so die Polizei. Um 8.20 Uhr ereignete sich noch kurz nach Holzkirchen ein Auffahrunfall, bei dem drei Menschen verletzt wurden.

Bei einem Lawinenabgang am Ettaler Mandl (Kreis Garmisch-Partenkirchen) wurden am Samstag ebenfalls zwei Menschen verletzt. Mittags wurde die Bergwacht Oberau alarmiert, weil ein Paar aus dem Kreis Aichach-Friedberg auf dem Zustieg zum Mandl von der Lawine etwa 100 Meter mitgerissen und teilverschüttet worden war. Die beiden Wanderer konnten den Notruf noch selbst absetzen. Ein Hubschrauber setzte die Retter bei einem der Wanderer ab. Der zweite befand sich 50 Höhenmeter oberhalb. Die beiden Verletzten wurden in die Unfallklinik Murnau und in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen geflogen.

Auch am Buchenberg (Kreis Oberallgäu) wurden Bergretter am Samstag zu einem Unfall gerufen. Eine 49-Jährige rodelte mit ihrer 7-jährigen Tochter hinab zur Talstation. Dann konnte sie den Schlitten nicht mehr rechtzeitig zu stoppen – weshalb dieser frontal in eine Holzwand fuhr. Bei dem Zusammenstoß brach das Mädchen sich den Oberschenkel, und die Mutter erlitt Prellungen. (sco)

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