Schwarmbeben

Erdbeben in Tschechien war auch in Bayern zu spüren

Im Vogtland wird derzeit ein sogenanntes Schwarmbeben registriert - immer wieder bebt die Erde. Am späten Montagabend war in Tschechien der bislang stärkste Ausschlag zu spüren - mit Auswirkungen bis nach Bayern.

Cheb/Selb - Ein Erdbeben mit Zentrum in Tschechien war auch im Nordosten Bayerns deutlich zu spüren. Man habe etwa 150 Meldungen aus der Bevölkerung bekommen - überwiegend aus dem Raum Selb in Oberfranken und Waldsassen in der Oberpfalz, sagte Joachim Wassermann, Leiter der Abteilung Seismologie des Geophysikalischen Observatoriums in Fürstenfeldbruck, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das in Tschechien registrierte Erdbeben der Stärke 4,2 vom Montagabend hatte sein Epizentrum bei Luby (Schönbach), knapp 20 Kilometer nördlich von Cheb (Eger). Es war der bisher stärkste Ausschlag eines seit 10. Mai in der Grenzregion zwischen Sachsen, Tschechien und Bayern stattfindenden Schwarmbebens. Dabei treten in dichter zeitlicher Reihenfolge kleine Erdstöße auf. „Es war das heftigste Ereignis im derzeitigen Schwarm“, sagte Wassermann. Schäden in Bayern dürfte es aber keine gegeben haben.

Wie sich das Schwarmbeben weiter entwickelt, könne man nicht vorhersagen, ergänzte der Experte. Einige Schwarmbeben flauten nach wenigen Ereignissen wieder ab, andere dauerten mehrere Monate lang.

Über Schäden oder Verletzte in Tschechien wurde zunächst nichts bekannt. „Ich habe Fernsehen geschaut und plötzlich gespürt, wie sich auf einmal das Sofa bewegt, außerdem war draußen ein Knall zu hören“, sagte ein Augenzeuge aus der Region um Karlsbad dem tschechischen Rundfunk. Andere berichteten, dass die Gläser im Schrank geklirrt hätten und Haustiere unruhig geworden seien. Die stärksten Erdbeben gab es in der Region Mitte der 1980-er Jahre. Damals erreichten sie eine Stärke von 4,6 auf der Richterskala, Schornsteine fielen ein.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/ Uli_Deck

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