Ermittlungen eingeleitet

Ursache für Beinahe-Zusammenstoß zweier Züge am Ammersee weiter unklar

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In Utting verhinderte ein Zugführer eine Katastrophe.

Mit dem Schrecken davon gekommen sind die Passagiere zweier Regionalbahnen bei Utting. Die Ursache für den Beinahe-Zusammenstoß ist noch immer völlig unklar.

Utting - Nach einem Beinahe-Zusammenstoß zweier Regionalbahnen im oberbayerischen Utting ist unklar, wie die Züge auf Kollisionskurs geraten konnten. „Wir sind noch ganz am Anfang unserer Untersuchungen“, sagte am Freitag ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung. Diagnosegeräte würden ausgelesen, Stellwerke und die Strecke überprüft.

Die Reaktion eines Lokführers hatte am Donnerstagmorgen im Bahnhof Utting möglicherweise eine Katastrophe verhindert. Eine Regionalbahn aus Schongau stand am Bahnsteig, während ein Zug aus Augsburg einfuhr. Dessen Lokführer leitete eine Notbremsung ein und brachte die Bahn 40 bis 50 Meter vor dem anderen Zug zum Stehen, wie ein Sprecher der Bayerischen Regiobahn sagte. „Wir sind mit dem Schrecken davongekommen.“

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Mehrere Medien hatten über den Vorfall berichtet, der Erinnerungen an das schwere Zugunglück vor zwei Jahren bei Bad Aibling weckte. Damals waren zwei Züge auf einspuriger Strecke zusammengestoßen, zwölf Menschen starben. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Strecke für zwei Stunden gesperrt

„Wir sind froh, dass es diesmal glimpflich abgelaufen ist“, sagte Regiobahn-Sprecher Raabe. Beide Lokführer seien direkt danach aus Fürsorgepflicht heraus abgelöst worden. Ihnen sollte Zeit gegeben werden, den Vorfall zu verarbeiten. „Es ist schon ein sehr bedrückendes und gefährliches Ereignis.“ Schüler wurden in Bussen zu ihren Schulen gebracht. Die Strecke zwischen Schondorf und Utting war für zwei Stunden komplett gesperrt.

Der Fahrdienstleiter vom Bahnhof Utting soll dem Vernehmen nach freigestellt worden sein, bis der Vorfall geklärt ist. Die hierfür zuständige Deutsche Bahn bestätigte dies aber nicht. „Wir untersuchen den Vorgang intern und unterstützen die Behörde“, sagte ein Bahnsprecher.

Die Untersuchungen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung dauern zunächst voraussichtlich vier bis sechs Wochen; dann werde entschieden, ob eine Unfalluntersuchung eingeleitet wird, sagte Sprecher Münnich. Denn da niemand zu Schaden kam, werde das Ereignis zunächst als Störung behandelt. Es geschehe selten, dass Züge an Bahnhöfen auf einem Gleis auf Kollisionskurs gerieten; in den meisten Fällen gehe das glimpflich aus, sagte Münnich. „Es darf nicht passieren - aber es passiert ab und zu.“

dpa

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