Hetze in Regensburg

Sportverein kriegt Beschwerde über zu viele Flüchtlinge - und reagiert bemerkenswert

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Hermann Pilz, Hauptsportwart der Regensburger Turnerschaft.

Für einen unbekannten Mail-Schreiber gibt es in einem Regensburger Traditionsverein zu viele Flüchtlinge, die integriert werden. Der Verein ist anderer Meinung und bekommt Zustimmung. 

Regensburg - Die Regensburger Turnerschaft ist ein Traditionsverein der Stadt: 1500 Mitglieder, 28 Abteilungen, Sport für jedermann, egal woher er kommt, welche Religion er hat, mit und ohne Behinderung. Diese Offenheit passt in Regensburg scheinbar nicht allen. Ein Unbekannter, der sich als Alfred E. ausgibt, mailte an den Verein. Darin heißt es, dass im Verein zu viel Asylanten seien, „die Ihr durch Sport integrieren wollt!“ Und: „Die meisten Deutschen wollen das inzwischen nicht mehr!!!!!!!“

Der Verein machte die Nachricht auf seiner Facebook-Seite öffentlich und reagierte mit einem klaren Statement: „Wir haben durchaus Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern im Verein, und bisher ist keiner nur ansatzweise unangenehm aufgefallen. Außerdem würden unsere Abteilungs- und Übungsleiter - generell jede Person, egal welcher Herkunft - aus dem Verein/der Abteilung entfernen, wenn sie sich als auffällig erweist.“ 

Anlass für den unbekannten Mailschreiber an den Regensburger Verein ist die Messerattacke eines 27-jährigen syrischen Flüchtlings in Saarbrücken in einem Therapiezentrum. Der Mann tötete dabei einen 30-jährigen Psychologen. Alfred E. sieht darin einen Zusammenhang und wolle, dass der Verein in Regensburg keine Flüchtlinge mehr aufnehme.

Sport und Vereinsleben integrieren

Hermann Pilz, der Hauptsportwart der Regensburger Turnerschaft, reagierte wie folgt und bekommt viel Zustimmung im Internet und im Verein: „Zum ersten hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Hier einen Zusammenhang zwischen Angreifern und Sport zu ziehen, ist einfach als dumm zu bezeichnen. Zum anderen zeigen Flüchtlinge, die sich in Vereinen einbringen, generell als sehr integrationswillig.“ 

Der Verein pflegt das Motto „Integration durch Sport“. Pilz schreibt Alfred E., die Regensburger Turnerschaft werde „gerne auf ihre Mitgliedschaft verzichten, denn wir wollen im Verein eine Gemeinschaft sein und bleiben. Wir sehen keinerlei Möglichkeit, die Gesellschaft spaltende Personen, in unseren Verein aufzunehmen.“

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