Test für den Ernstfall

Umstrittenes Atomkraftwerk Temelin simuliert Blackout

Das erste Mal seit 14 Jahren: Bei dem tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist der Notbetrieb bei einem Komplettausfall des Stromnetzes geprobt worden.

Temelin (dpa) - Im umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin ist der Notbetrieb bei einem Komplettausfall des Stromnetzes geprobt worden. Im sogenannten Inselbetrieb habe der zweite Block nur den Strom hergestellt, den er selbst zum Betrieb benötigt, teilte Kraftwerkssprecher Marek Svitak am Freitag mit.

Der Test in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sei der erste dieser Art seit 14 Jahren gewesen und habe insgesamt 18 Minuten gedauert. Um einen Blackout zu simulieren, sei die Verbindung zur zwei Kilometer entfernten Umspannstation unterbrochen worden.

Dann seien die Turbogeneratoren innerhalb kürzester Zeit auf fünf Prozent ihrer vollen Leistung heruntergefahren worden. Dies sei einer der schwierigsten Betriebszustände. „Bei schnellen Veränderungen der Belastung werden die großen Turbinen hohen Drücken und Temperaturveränderungen ausgesetzt“, erklärte der Sprecher. Inzwischen laufe das AKW wieder im Vollbetrieb.

Das Atomkraftwerk Temelin deckt ein Fünftel des Strombedarfs Tschechiens ab. Wegen der Kombination von russischer Reaktor- und US-amerikanischer Leittechnik ist die Anlage bei Umweltschützern umstritten. Atomkraftgegner kritisieren zudem, dass die Qualität der Schweißnähte am Reaktordruckbehälter unzureichend sei.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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