Erbeeren & Co.

Schwere Frostschäden bei Obstbäumen: Gibt es Hilfen für die Bauern?

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Der Aprilfrost lässt Obstbauern um ihre Ernte bangen.

Der Frost Ende April hat die Obstbäume mitten in der schönsten Blüte getroffen. Landwirte befürchten deshalb, dass die Eiseskälte Kirschen und Co. vernichtet hat. Wie geht es nun für die betroffenen Bauern weiter?

München - Die jüngsten Frostnächte haben nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) bei den heimischen Obstbauern womöglich Schäden im zweistelligen Millionenbereich angerichtet. Gerade bei Kirschen oder Zwetschgen sei mit Ernteeinbußen von bis zu 80 Prozent zu rechnen, sagte Pressesprecher Markus Peters am Mittwoch in München der Deutschen Presse-Agentur. Auch viele Weinreben seien von den Minusgraden beschädigt worden. Für die Verbraucher bedeutet dies vor allem eines: Obst aus der Region dürfte dieses Jahr teurer werden. Die Staatsregierung schließt eine Unterstützung der betroffenen Bauern nicht aus. Ein eventuelles Hilfspaket könne aber erst im Herbst geschnürt werden.

Auch für die bayerischen Erdbeerbauern hat der Wintereinbruch mitten im Frühling nach Angaben von Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes, fatale Folgen. Der Frost habe Freilandpflanzen getroffen. „Hier haben selbst die Vliesabdeckungen nichts genützt - sehr viele Blüten sind kaputt.“

Besonders hart getroffen hat die Kälte laut BBV Anbaugebiete in Franken und am Bodensee. Im benachbarten Baden-Württemberg stufte das Kabinett die Frostnächte deshalb sogar als Naturkatastrophe ein. Der Bayerische Bauernverband würde dies auch in Bayern begrüßen. Diese Einstufung sei die Grundlage dafür, dass vom Freistaat Geld an die Bauern fließen könne im Einklang mit europäischen Vorgaben, erklärte Peters.

Ob der Freistaat dem Beispiel folgen wird, ist noch unklar. Die Vegetation in Bayern sei noch nicht so weit entwickelt gewesen wie in Baden-Württemberg. „Dort sind die Schäden deshalb insgesamt vermutlich größer“, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Außerdem ließen sich derzeit noch keine seriösen Aussagen zum Umfang der Schäden treffen. Deshalb werde sich erst in den nächsten Wochen entscheiden, ob Bayern die Möglichkeit nutzen werde, die eisigen Nächte als Naturkatastrophe einzustufen. Die endgültige Höhe der Frostschäden werde sogar erst im Herbst nach der Ernte feststehen. Erst dann könnte ein eventuelles Hilfspaket für die Bauern geschnürt werden, erklärte das Ministerium.

Grundsätzlich ist starke Kälte Ende April nichts Besonderes, darauf weist auch Heinrich Hofmann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim hin. „Frühjahrsfrost ist nichts Außergewöhnliches“, meint er. Dass es die Obstbäume aber dennoch so schlimm getroffen hat, liegt nach Einschätzung der Experten an einer unheilvollen Kombination: ungewöhnlich warmen Temperaturen Ende März, Anfang April und einem späten Frost. Die Vegetation sei schon sehr weit fortgeschritten gewesen.

dpa

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