Ein Jahr und zwei Monate ohne Bewährung

„Reichsbürgerin“ wegen Diebstahls von Gerichtsakte zu Haft verurteilt

Kaufbeuren - Sie stahl während eines vorherigen Prozesses gegen sie ihre eigene Gerichtsakte. Dafür wurde eine mutmaßliche Reichsbürgerin nun verurteilt.

Nach dem Diebstahl ihrer eigenen Gerichtsakte während eines Prozesses ist eine mutmaßliche „Reichsbürgerin“ am Donnerstag zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht in Kaufbeuren rechnete in dieses Urteil eine Vorstrafe von acht Monaten wegen Fahrens ohne Führerschein ein. Die 51-Jährige hatte im Januar 2016 bei der Verhandlung wegen des Verkehrsdelikts die Akte vom Tisch der Richterin gestohlen und Unterstützern im Zuschauerraum zugeworfen. Danach floh die Gruppe aus dem Gerichtsgebäude.

Zuvor war es zu tumultartigen Störungen des Prozesses gekommen, weil die Zuschauer lautstark die Sitzung störten. Von dem Spektakel war dann ein Video im Internet veröffentlicht worden. Gegen vier Helfer der Frau wurden Strafbefehle erlassen. Der erneute Prozess in Kaufbeuren fand nun unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die 51-Jährige war nach der Aktion nach Spanien ausgewandert. Dort wurde sie im Februar festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Sie sagte vor der Verhandlung, dass sie keine „Reichsbürgerin“ sei, sie akzeptiere aber das Gericht nicht. „Reichsbürger“ lehnen die Bundesrepublik als Staat ab und behaupten, das Deutsche Reich bestehe fort.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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