Nach G20-Einsatz in Hamburg

In Regensburg dürfen Polizisten jetzt kostenlos feiern gehen, aber...

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Das „Beats“ in Regensburg startet eine außergewöhnliche Aktion. 

In Regensburg werden Polizisten und Rettungskräfte für ihren täglichen Einsatz belohnt. Eine Diskothek garantiert kostenlosen Eintritt. Die Polizei ist kritisch: Geschenke dürfe sie nicht annehmen. 

Regensburg - Außergewöhnliche Aktion in Regensburg nach den Ausschreitungen in Hamburg: Der „Beats“-Club - eine Diskothek in der Innenstadt - wirbt mit einer „Dankeschön-Aktion“. Alle Polizisten und Rettungskräfte haben den ganzen Juli und August freien Eintritt, heißt es auf der Facebook-Seite. Es soll ein Dankeschön an diejenigen sein, die tägliche ihren Kopf für die Allgemeinheit hinhalten. 

Grund: Ausschreitungen in Hamburg 

Grund für diese überraschende Aktion sind die aggressiven Ausschreitungen in Hamburg beim G20-Gipfel. Bei den blutigen Straßenschlachten wurden 476 Polizisten verletzt. Aggressive Demonstranten und linke Aktivisten haben Autos und Barrikaden angezündet, Läden geplündert und zerstört; Anwohner mussten flüchten. Medien berichteten von kriegsähnlichen Bildern

Klar! Rettungskräfte auch an Bord

Der „Beats“-Club in Regensburg will sich bei allen Einsatzkräften - ob in Hamburg oder in Regensburg - bedanken, „und ihnen etwas Gutes tun“, sagt Swen Bender, der mit Jost Müller und Peter Artmann das „Beats“ führt. Der freie Eintritt soll die „Freizeit versüßen“. Weil die Bilder der Ausschreitungen in Hamburg derart heftig waren, kamen die Betreiber der Disco auf die Idee. Der Post bei Facebook richtet sich nur an alle Polizisten, doch der Club will nachlegen. Bender: „Alle anderen Rettungskräfte sind eingeladen und mit an Bord.“ Dabei sei es völlig gleich, woher sie kommen. 

Das „Beats“ sagt Danke und lässt alle Polizisten und Rettungskräfte frei ins Haus.

Aktion mit Eigendynamik

Die Aktion schlägt sowohl im Internet als in Regensburg hohe Wellen: Einigen hundert Usern gefällt der Facebook-Post und die Aktion des „Beats“. Kritische Stimmen gehen dennoch nicht unter: Ein User schreibt: „Statt noch weiter die ach so armen Polizisten zu unterstützen, die sowieso von Medien und Politik völlig undifferenziert in den Himmel gelobt werden, wäre ne Aktion für Menschen aus dem Pflegebereich, Hilfsorganisationen, sozial Schwache deutlich sinnvoller und mutiger.“ 

Swen Bender freut sich indes, die Aktion habe eine „Eigendynamik“ entwickelt, sprich: viele hätten darauf reagiert. Das „Superbowl-Regensburg“ springt auf: „Klasse Aktion“ schreibt das Bowlling-Center bei Facebook. Und: „Da machen wir gerne mit“, um Danke zu sagen.

Dass es Nachahmer der Aktion gibt findet Bender gut, es sei schön, wenn noch andere mitmachen. Das „Beats“ hofft auf viele Besucher in den nächsten Wochen, für alle Rettungskräfte und Polizisten kann sich die Aktion übrigens durchaus rechnen. Am Wochenende kostet der Eintritt in der Disco - die 2015 neu eröffnet hat - acht Euro. 

Polizei darf keine Geschenke annehmen - dafür zähle die Geste

Gut gemeint ist das Angebot an die Polizei in Regensburg. Doch die Beamten sind kritisch, öffentlich komme die Annahme solcher Vergünstigungen von Polizisten nicht gut an. Es könne der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme bestehen, heißt es von der Polizei. 

Alexander Luxem ist Sprecher der bayerischen Bereitschaftspolizei - 1034 Polizistinnen und Polizisten waren in Hamburg im Einsatz. Er sagt: „Geschenke dürfen wir nicht annehmen und müssen sie ablehnen.“ Dennoch zähle die Geste, es sei eine Wertschätzung, wenn die Polizei solche Angebote bekomme. 

Nicht immer darf es in Bayern abgehen: Alles zum Tanzverbot 2017

ch

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