Staatsschutz ermittelt

Rechtsextreme schleusen sich in Würzburger Faschingszug ein

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Etwa neun Menschen haben sich beim Faschingsumzug in Würzburg eingeschleust.

Würzburg - Schwarz angemalt und mit einem Anti-Flüchtlings-Plakat haben sich Rechtsextreme in den Würzburger Faschingszug eingeschleust. Zuschauern fiel die Aktion auf. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Mehrere Anhänger der rechtsextremen Splitterpartei „Der dritte Weg“ haben sich am Sonntag kurzzeitig in den Würzburger Faschingsumzug eingeschleust und gegen Flüchtlinge gehetzt. Etwa neun Menschen hätten sich von den Zuschauern aus in den Zug gemogelt und seien dann auch recht schnell wieder verschwunden, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Einsätzkräfte hätten den Vorfall am Sonntag nicht mitbekommen. Besucher meldeten den Vorfall aber später über den Kurznachrichtendienst Twitter. Nun ermittle der Staatsschutz, ob ein Verstoß gegen das Versammlungsrecht vorliegt.

Die Rechtsextremen seien im Gesicht schwarz angemalt gewesen und hätten Mützen in den Farben gelb, rot und grün getragen. Einer von ihnen habe ein rotes Sakko getragen und eine Maske mit dem Gesicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel, hieß es. Auf einem Transparent, das die Gruppe bei sich trug, stand: „Wir wissen genau abschieben wird uns keine Sau!“ Die Polizei versuche jetzt, an mehr Filmmaterial von der Aktion zu kommen und die Beteiligten zu ermitteln. „Der dritte Weg“ gilt als Nachfolgeorganisation des verbotenen „Freien Netzes Süd“.

Der Würzburger SPD-Landtagsabgeordnete und Ex-Oberbürgermeister Georg Rosenthal bezeichnete die Aktion als „widerwärtig“. Die Beteiligten hätten mit rassistischer und menschenverachtender Verkleidung, Rufen und dem Banner gegen Flüchtlinge und die Asylpolitik der Bundeskanzlerin gehetzt.

Der SPD-Rechtsextremismus-Experte Florian Ritter sagte, schon in den Vorjahren seien den Behörden ähnliche Vorfälle bekanntgeworden. Er sieht daher Versäumnisse der Staatsregierung: „Wie kann es bei allgemein erhöhten Sicherheitsmaßnahmen passieren, dass diese Gruppe sich mit einem Banner ungestört in den Zug einreihen konnte, um ihre Hetze zu verbreiten?“ Ritter und Rosenthal kündigten dazu eine Anfrage an die Staatsregierung an.

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