Sie zahlten einen Hungerlohn

Putzkräfte in Autobahn-Klos ausgebeutet - Zwei Männer verurteilt

Nürnberg - Sie ließen Hartz-IV-Empfänger als Putzkräfte in Autobahn-Toiletten in Deutschland und Österreich schuften und zahlten ihnen dafür nur einen Hungerlohn:

Das Landgericht in Nürnberg hat am Freitag zwei Männer wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt verurteilt. Sie bekamen jeweils Bewährungsstrafen von einem Jahr und sechs Monaten. In 65 Fällen hatten die Männer demnach insgesamt rund 175 000 Euro an Sozialabgaben zu Unrecht nicht an den Staat abgeführt. Zunächst war die Anklage von einer deutlich höheren Schadenssumme ausgegangen.

Die Männer sollen zwischen 2005 und 2009 ihre Mitarbeiter, die alle aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion stammten, zu übermäßig langen Arbeitstagen verpflichtet haben. Dafür bekamen die Beschäftigten laut Anklage aber nur Monatslöhne zwischen 160 und 200 Euro. Die Angeklagten hätten ihre Mitarbeiter nur für die Zeit bezahlt, in der sie auch tatsächlich putzten. Sie hätten sie aber genauso für die Zeit bezahlen müssen, in der die Beschäftigten in den Raststätten in Bereitschaft waren.

Durch ihre umfangreichen Geständnisse hätten die Männer einen „Mammutprozess“ verhindert, sagte der Richter. Der Prozess hatte im Oktober begonnen und sollte eigentlich noch bis April dauern.

(dpa/lby)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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