Prozess beginnt Ende März

Zwei mutmaßliche Syrien-Kämpfer in München vor Gericht

Ende März beginnt der Prozess gegen zwei Syrer. Die beiden sollen im Bürgerkrieg in ihrer Heimat für die islamistisch-terroristische Vereinigung Ahrar al-Scham gekämpft haben und müssen sich deshalb nun wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten.

München - Vor dem Oberlandesgericht München beginnt Ende März ein neues Terrorverfahren gegen zwei Syrer. Die beiden sollen im Bürgerkrieg in ihrer Heimat für die islamistische terroristische Vereinigung Ahrar al-Scham gekämpft haben. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, müssen sie sich nun ab 30. März an zwölf Verhandlungstagen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Die einflussreiche Gruppierung Ahrar al-Scham betreibt den Sturz des Regimes von Baschar al-Assad mit dem Ziel, einen islamischen Gottesstaat zu errichten.

Der Generalbundesanwalt wirft dem 22 Jahre alten Azad R. und dem 24 Jahre alten Kamel T.H.J. vor, von August 2013 bis April 2014 im Gebiet um Aleppo gegen andere Rebellen sowie syrisches Militär gekämpft zu haben.

Der 24-Jährige leistete laut Bundesanwaltschaft Wachdienste, begleitete Truppentransporte, half bei der Versorgung der Kämpfer und betreute Verwundete. Der 22-Jährige wurde im April 2014 bei einem Gefecht schwer verletzt. Zur medizinischen Versorgung reiste er - begleitet von seinem Mitkämpfer - in die Türkei und im Juni 2015 nach Deutschland. Zumindest Kamel T.H.J. hielt den Anklägern zufolge Verbindung zu Ahrar al-Scham und wollte nach Syrien zurückkehren.

Die beiden Männer wurden am 18. und 20. April 2016 festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg ermittelt, dann übernahm die Bundesanwaltschaft das Verfahren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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