Investition am Ochsenkopf

Oberfränkische Gondelbahn für 20 Millionen Euro

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Die Sonne scheint am Mittwoch (14.10.2009) auf den frischen Schnee auf der Spitze des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge nahe Bayreuth. Der Ochsenkopf ist mit 1024 Metern Höhe der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges.

Bayreuth - Wie lange angesichts des Klimawandels das Fichtelgebirge im Norden Bayerns noch als schneesicher gelten darf, weiß niemand. Trotzdem setzt man hier auf den Wintersport.

Bei hochsommerlichen Temperaturen plant der Landkreis Bayreuth die Zukunft des Wintersports am Ochsenkopf im Fichtelgebirge. Dort soll nach dem Willen des verantwortlichen Zweckverbandes eine neue Gondelbahn entstehen und die bisherigen in die Jahre gekommenen beiden Sessellifte ersetzen. Kostenpunkt: etwa 20 Millionen Euro.

Der Ochsenkopf lockt im Winter etliche Skifahrer aus ganz Nordbayern an - sofern genug Schnee liegt oder es kalt genug für die künstliche Beschneiung ist. Im übrigen Jahr fahren die Lifte vor allem für Wanderer und für die Nutzer einer Sommerrodelbahn.

Die neue Kabinenbahn soll noch mehr Menschen auf den Gipfel des 1024 Meter hohen Berges bringen: Sie sei barrierefrei, also könnten auch ältere Menschen oder Familien damit fahren und beispielsweise Kinderwagen und Rollstühle mitnehmen, teilte der Bayreuther Landrat Hermann Hübner (CSU) mit: „Nur eine Aufwertung des Erlebnisberges Ochsenkopf sichert uns die Konkurrenzfähigkeit.“ Er zählte eine Reihe von Vorteilen einer neuen modernen Bahn auf: Es ließen sich gerade bei passendem Wintersportwetter deutlich mehr Skifahrer befördern, sie sei komfortabler, zudem könnten Kindergruppen und Schulklassen einfacher zum Gipfel gelangen.

Als nächsten Schritt will Hübner Gespräche über die Fördermöglichkeiten führen. „Erst wenn diese zufriedenstellend verlaufen, kann über detaillierte Planungen nachgedacht werden.“ Der Zweckverband hofft auf eine „erhebliche finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Bayern“.

Wenn die Finanzierung steht, könnte eine Vergabe im Herbst 2018 erfolgen, so dass im Frühjahr darauf der Bau starten könnte. Frühestens in der Wintersaison 2019/2020 könnten dann die ersten Fahrgäste in den Kabinen zum Gipfel fahren.

Der Bund Naturschutz hält sich mit einer Bewertung der Pläne am Ochsenkopf noch zurück. Man wolle erst mehr Details abwarten, sagte Peter Ille, der Bayreuther Kreisgeschäftsführer. Seit Jahrzehnten sei der Berg für viele Freizeit-Aktivitäten wie Wandern, Skisport und Mountainbiken erschlossen. Zudem gebe es bereits von Süden und Norden her zwei Bahnen zum Gipfel, so dass ein Neubau zunächst nicht allzu gravierend erscheine.

dpa

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