Kampfmittelexperte immer vor Ort

Rätsel um Bombe in bayerischem Badesee - es gibt zwei unglaubliche Theorien

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In Nürnberg ist im Wöhrder See eine Fliegerbombe entdeckt worden.

Bei Bauarbeiten ist in Nürnberg eine Bombe in einem See entdeckt worden. Der Fall ist mysteriös und wirft Fragen auf. Es gibt zwei Theorien.

Update vom 13. September, 11.40 Uhr: Die Entdeckung der Fliegerbombe im Nürnberger Wöhrder See wirft nun weitere Fragen auf. Wie kam die Bombe aus dem 2. Weltkrieg dahin?

Ende Juli wurde die Bombe entdeckt (s.u.). Das Gebiet im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle wurde geräumt und anschließend abgesperrt. Sogar der Flugbetrieb auf dem Nürnberger Flughafen musste während der Entschärfung eingestellt werden.

Wie kam die Bombe aus dem 2. Weltkrieg in den Wöhrder See?

Wie kam die Fliegerbombe in den See? Dazu gibt es zwei Theorien, schreibt infranken.de. Fest steht: Die Bombe aus dem 2. Weltkrieg kam nach 1945 in das Gewässer. Denn der Stausee wurde erst 36 Jahre nach dem 2. Weltkrieg fertiggestellt.

"Der Stausee wurde erst 1981 und damit viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fertig", sagte Ulrich Fitzthum, Leiter des staatlichen Wasserwirtschaftsamts Nürnberg, dem Online-Portal. Fitzthum hat zwei Theorien parat, die „nur schwer zu glauben“ sind. 

In Nürnberg wurde erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Zünder ist aktiv. Die Entschärfung soll um 20 Uhr erfolgen.

Erklärung 1: „Hochwasser“-Theorie

Die „Hochwasser“-Theorie besagt, dass die Fliegerbombe im 2. Weltkrieg im Pegnitztal nördlich von Nürnberg aufgeschlagen und im weichen Boden nicht explodiert war. In den folgenden Jahren hätten jährliche Hochwasser die Bombe flussabwärts in den Wöhrder See treiben lassen. Aber: „Die Bombe hätte auch das Wehr an der Flußstraße passieren müssen“, sagt Fitzthum. Experten halten die Theorie laut infranken.de als unwahrscheinlich. 

Erklärung 2: „Vibrations“-Theorie

Eine andere Theorie erklärt die Bombe im Wöhrder See durch Vibrationen im Boden. So soll die Fliegerbombe im heutigen Stausee abgeworfen worden sein und durch Vibrationen im Boden nach oben gewandert sein.

Aber: Die Bombe, 150 Kilogramm schwer, ist nicht leicht. Könnten Vibrationen das schaffen? Ulrich Fitzthum ist sich nicht sicher: „Wir wissen einfach nicht, wie die Bombe dorthin gelangt ist.“

Arbeiten im See gehen weiter

Die Baggerarbeiten im See gehen indes weiter. Unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen. Bei den Arbeiten sei immer ein Kampfmittelexperte vor Ort, schreibt das Portal. Vor den Arbeiten seien genaue Karten angerfertig worden. An Bord des Schwimmbaggers sei immer ein GPS-Gerät dabei. 

Keine neuen Bomben gefunden

„Bislang sind wir von weiteren Bombenfunden verschont geblieben", sagte Fitzthum dem Frankenportal. Der Wöhrder See soll zu einem „Naturparadies mitten in Nürnberg“ werden. 

Erstmeldung vom 29. Juli 2019: Bombe in See in Nürnberg entdeckt

Update von 19.30 Uhr: Die bei Aushubarbeiten im Wöhrder See in Nürnberg entdeckten Reste einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind entschärft worden. Die Arbeiten seien planmäßig verlaufen, sagte der Sprecher der Feuerwehr Nürnberg, Thomas Schertel am Montagabend. Die Absperrungen würden nun aufgehoben und die Menschen könnten in ihre Häuser zurückkehren.

Nürnberg: Fliegerbombe bei Baggerarbeiten entdeckt - Entschärfung noch heute

Update von 16.51 Uhr: Die britische Fliegerbombe, die bei Bauarbeiten gefunden wurde, wird voraussichtlich gegen 18 Uhr entschärft. Das teilte die Stadt Nürnberg auf Twitter mit.

Zuvor werde das Gebiet in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle geräumt und anschließend abgesperrt. In der Zone befinden sich nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Thomas Schertel auch ein Pflegeheim und ein großes Bürogebäude. In dem Bereich seien 2500 Menschen gemeldet. In zwei Schulen seien Betreuungsstellen für die Betroffenen eingerichtet worden.

Update von 15.29 Uhr: Die Evakuierung nach dem Fund einer Fliegerbombe in Nürnberg läuft. Das teilte die Stadt Nürnberg auf Twitter mit.

Auch der Luftverkehr ist betroffen. Während der Entschärfung müsse aus Sicherheitsgründen der Flugbetrieb auf dem Flughafen Nürnberg eingestellt werden, teilte die Stadt am Nachmittag per Twitter mit. Dadurch werde es auf dem Airport zu Einschränkungen kommen, ergänzte ein Flughafensprecher. Wann genau mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen wird und wie lange diese dauern wird, war zunächst unklar.

Betroffen ist nach Stadtangaben auch der Bahnverkehr - allerdings nur auf der direkt am Wöhrder See gelegenen Strecke rechts der Pegnitz in Richtung Lauf und Hersbruck. Die S-Bahn-Strecke links der Pegnitz in Richtung Hersbruck und der IC-Fernverkehr nach München sei dagegen von der Sperrung nicht betroffen.

Erstmeldung 12.21 Uhr: Fliegerbombe in Nürnberg gefunden

Nürnberg - Bei Baggerarbeiten haben Bauarbeiter am Montag in Nürnberg eine Fliegerbombe entdeckt. Bei dem Blindgänger im Wöhrder See handele es sich um einen Resttorso mit 100 Kilogramm Sprengstoff, teilte die Stadt bei Twitter mit. 

Zur Entschärfung der Bombe werde eine Evakuierungszone im Umkreis von 500 Metern um die Bombenfundstelle vorbereitet. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, betonte die Stadt in ihrer Mitteilung.

Fliegerbombe in Nürnberg gefunden: Stadt informiert online

Online hat die Stadt eine aktuelle Informationsseite eingerichtet, wie es weiter hieß. Demnach war am Montagvormittag ein Sprengmeister auf dem Weg zum Fundort östlich der Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke.

Auch in Erding und in Augsburg waren erst vor kurzem Fliegerbomben gefunden worden.

In Straubing wurden auf einer Baustelle Teile einer Fliegerbombe gefunden - die Polizei leitete Evakuierungen ein.

dpa/thh

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