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Novavax: Verhaltene Nachfrage in den Impfzentren - „Die Menschen sind impfmüde - egal bei welchem Impfstoff“

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Von: Cornelia Schramm

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Corona-Impfstoff von Novavax
Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax steht auf einem Tisch. © Alastair Grant/dpa

Ab heute wird der US-Impfstoff Novavax auch in Bayern verimpft. Zunächst nur an Ungeimpfte, für die ab 16. März die Impfpflicht gilt. Trotzdem ist die Nachfrage verhalten - der große Ansturm bleibt noch aus.

München – Ab heute werden in Bayern die ersten Impfungen mit dem Impfstoff von Novavax angeboten. 225 000 Dosen hat der Freistaat vom Bund erhalten. Über die Hotline 116 117 oder das Online-Portal BayIMCO kann man sich für eine Erstimpfung mit Novavax in Bayerns Impfzentren anmelden. Bei Novavax handelt es sich um einen sogenannten Protein-Impfstoff. Die Regierung hofft, dass er für Ungeimpfte, die mRNA-Impfstoffe skeptisch sehen, eine Alternative ist. Der erste Eindruck fällt aber bescheiden aus – einen großen Ansturm auf Novavax gibt es bisher nicht, wie stichprobenartige Nachfragen zeigen.

„Wir sind schon vor einigen Wochen auf die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis zugegangen“, sagt Andrea Hainzinger, Leiterin des Impfzentrums in Pfaffenhofen an der Ilm. „Viel Resonanz gab es nicht – obwohl Novavax ja jetzt vierzehn Tage lang nur priorisiert an Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen vergeben wird.“ In Etappen setzt das Gesundheitsministerium bis Sommer die einrichtungsbezogene Impfpflicht durch – alle, die in Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen arbeiten, verlieren also über kurz oder lang ihren Arbeitsplatz, wenn sie ungeimpft bleiben.

Novavax ab jetzt verfügbar: Nachfrage noch verhalten

„Offenbar ist das nicht genug Anreiz“, sagt Hainzinger. „Wer heiß auf die Impfung mit dem Protein-Impfstoff wäre, hätte sich doch schon längt angemeldet.“ Stattdessen herrscht Flaute im Pfaffenhofener Impfzentrum. Für heute haben sich nur 39 Personen für die Erstimpfung mit Novavax angemeldet. Am Donnerstag sind es 28 und am Freitag 17. Zweitausend Dosen hat Hainzinger aber bestellt, auch wegen der geplanten Teil-Impfpflicht. Die Dosen sind ab jetzt noch neun Monate haltbar.

Eines fällt Hainzinger aber auf: „Vermehrt fragen derzeit Leute an, die sich gerne mit Novavax statt mit einem der mRNA-Impfstoffe boostern lassen wollen.“ Die dafür notwendige Stiko-Empfehlung gibt es allerdings noch nicht. Zudem ist der Impfstoff auch nur für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Alles Gründe, die die Novavax-Nachfrage im Moment bremsen.

Gesundheitsminister Holetschek setzt große Hoffnung auf Novavax

Auch im Impfzentrum in Freising startet Novavax verhalten – zumindest, wenn es nach den derzeitigen Anmeldungen für den morgigen Donnerstag geht. 81 Menschen stehen für eine Erstimpfung auf der Warteliste – verfügbar wären allerdings mehr als 400 Termine. 3100 Novavax-Impfdosen wurden dem Landratsamt angekündigt.

Große Hoffnung macht der Novavax-Start im Moment also noch nicht. „Die Menschen sind impfmüde – egal um welchen Impfstoff es geht“, stellt Hainzinger immer öfter fest. „Viele sind nur impfwillig, weil ihnen die Einschränkungen zu blöd sind, nicht aber um ihre Gesundheit zu schützen.“ Und die Lockerungen sind für den März ja bereits angekündigt. (sco)

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