Gericht entscheidet

Nach Veruntreuung: Rektor wird zum Lehrer zurückgestuft

Der Rektor einer Mittelschule in Nürnberg wird wegen der Veruntreuung von Schulgeldern zum Lehrer zurückgestuft. Dies entschied das Verwaltungsgericht in Ansbach nach Angaben eines Sprechers am Freitag.

Ansbach - Wegen der „besonderen Umstände des Einzelfalles“ - Krankheit und hohe Schulden - verliere der Pädagoge seinen Job nicht komplett, sagte der Sprecher.

Eine sogenannte Entfernung aus dem Dienst wäre die schärfste Maßnahme gewesen und war in dem Disziplinarverfahren von der Landesanwältin gefordert worden. Der 63-Jährige hätte dann seinen Beamtenstatus und seine Pensionsansprüche verloren. Sollten weder Landesanwaltschaft noch Beklagter Berufung einlegen, kann der 63-Jährige in einem Monat wieder als Lehrer arbeiten. Von seinem Rektorenamt ist der Mann derzeit suspendiert.

Der 63-Jährige hatte EC-Karte und Geheimnummer für ein Schulkonto zu Hause aufbewahrt und seine Frau hatte zwischen 2013 und 2015 davon immer wieder Geld abgehoben, um private Schulden zu begleichen. Vom Amtsgericht in Nürnberg wurde der Schulleiter deshalb 2016 zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Ehepaar hat später die gesamte Summe zurückgezahlt. Schwere Krankheiten und Verschuldung durch einen Hausbau hätten seine Frau zu der verzweifelten Tat getrieben, sagte der Rektor.

Bereits im Februar musste sich ein Vize-Rektor aus Franken wegen Veruntreuung vor Gericht verantworten. In jenem Fall hatte der Mann Hohe Schulden wegen Spielsucht angesammelt.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Uli Deck

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