Sie waren gerade aus dem Schulbus gestiegen

Nach tragischem Tod von zwei 11-Jährigen Mädchen: ADAC mahnt zur Vorsicht

Es war ein tragischer Unfall: Zwei Elfjährige verlassen den Schulbus, unmittelbar danach werden sie von einem Auto erfasst und getötet. Der ADAC mahnt nun zu besonderer Vorsicht an Schulbus-Haltestellen.

Reischach - Nach dem Tod zweier Schülerinnen an einer Bushaltestelle im oberbayerischen Reischach (Landkreis Altötting) hat der ADAC zu besonderer Vorsicht in der Nähe von Bussen aufgerufen. Viele Autofahrer würden die Regeln nicht kennen und seien unsicher, sagte eine Sprecherin des Automobilclubs am Samstag. Sie appellierte, sich an die Straßenverkehrsordnung (StVO) zu halten und vorsichtig an haltenden Bussen vorbeizufahren.

Wenn ein Schul- oder Linienbus mit Warnblinklicht eine Haltestelle anfährt, darf er laut StVO nicht überholt werden. Hält der Bus, dürfen Autofahrer - auch auf der Gegenspur - nur in Schrittgeschwindigkeit an ihm vorbeifahren. Diese Regel gilt für Haltestellen inner- und außerorts ebenso wie für einfache Haltestellen und Haltebuchten.

Am Freitagmittag waren die zwei Mädchen aus dem Schulbus ausgestiegen und hatten die Straße überquert. Dabei hatte sie eine Autofahrerin erfasst und schwer verletzt. Die beiden elf Jahre alten Mädchen wurden noch in Krankenhäuser gebracht, sie überlebten die schweren Verletzungen aber nicht.

Die ganze Gemeinde Reischach habe mit Bestürzung und Entsetzen auf den tragischen Unfall reagiert, sagte am Samstag der Bürgermeister Alfred Stockner (CSU). „Überall herrscht tiefe Betroffenheit und große Trauer.“ Die beiden betroffenen Familien seien alteingesessene Bürger und auch sehr ins örtliche Vereinsleben integriert, deshalb hätten ganz viele auch die beiden Mädchen gekannt. Das gelte auch für die Feuerwehrleute, die zum Unfallort gerufen worden waren. „Die Einsatzkräfte waren deshalb auch sehr betroffen.“ Ein Zeitpunkt für Trauerfeier und Beisetzung stehe noch nicht fest.

Diese fünf Punkte müssen Autofahrer bei Schulbussen beachten 

Die Straßenverkehrsordnung hält alle Kraftfahrer zu besonderer Vorsicht bei Bussen und Schulbussen an, wenn diese an gekennzeichneten Haltestellen anhalten - und zwar auch dann, wenn der Bus kein Warnblinklicht eingeschaltet hat. Der entsprechende Paragraf 20 lautet:

„1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen ... halten, darf, auch im Gegenverkehr nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

2) Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

3) Omnibusse des Linienverkehrs und gekennzeichnete Schulbusse, die sich einer Haltestelle ... nähern und Warnblinklicht eingeschaltet haben, dürfen nicht überholt werden.

4) An Omnibussen des Linienverkehrs und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen halten und Warnblinklicht eingeschaltet haben, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn. Die Fahrgäste dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

5) Omnibussen des Linienverkehrs und Schulbussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen. Wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten ....“

Lesen Sie auch: Polizisten überprüfen Schulbus aus München: Nach der Kontrolle sind sie schockiert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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