Protest vor Nürnberger Berufsschule

Mitschüler kämpften gegen Abschiebung - jetzt steht der Flüchtling vor Gericht

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Berufsschüler nach Abschiebeversuch angeklagt

Nach dem Protest gegen die Abschiebung eines jungen Afghanen, muss sich dieser nun selbst vor Gericht verantworten. Allerdings nicht nur wegen des Widerstands.

Nürnberg - Knapp acht Monate nach dem umstrittenen Polizeieinsatz an einer Nürnberger Berufsschule wegen der Abschiebung eines jungen Afghanen droht dem jungen Flüchtling ein Prozess: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat gegen den 21-Jährigen Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erhoben. Auch eine Reihe anderer Delikte werde ihm vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Oktober stand bereits einer der rund 300 Demonstranten vor Gericht. Die Anklage sei beim zuständigen Jugendschöffengericht eingegangen. Der Richter habe aber noch nicht darüber entschieden, ob sie zugelassen werde, erläuterte Justizsprecher Friedrich Weitner. Nur dann kommt es auch zu einem Prozess.

Bei dem Polizeieinsatz sollte am 31. Mai 2017 der junge Afghane Asef N. abgeschoben werden - die Beamten wollten ihn dazu in der Berufsschule abholen. Schüler und später hinzugekommene Linksautonome wollten die Abschiebung mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration verhindern. Das Landgericht entschied wenige Tage später, dass Asef N. nicht in Abschiebehaft muss.

Das bayerische Innenministerium hatte damals den umstrittenen Polizeieinsatz an der Nürnberger Berufsschule verteidigt. Warum die Abschiebung aus dem Ruder lief, lesen sie hier.

dpa/lby

*Merkur.de ist Teil der Zentralredaktion von Ippen-Digital. 

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