Millionenbetrug für Handtaschen: Buchhalterin vor Gericht

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Ein Mikrofon vor einem Richterstuhl. Foto: Axel Heimken/Archiv

Nürnberg - Mehrere Millionen Euro hat eine Buchhalterin von ihrem Chef abgezweigt. Und das alles um sich davon teure Handtaschen und Schuhe kaufen zu können.

Teure Handtaschen und Schuhe gaben ihr den "Kick": Weil sie ihren Arbeitgeber um mehrere Millionen Euro betrogen hat, muss sich eine Buchhalterin seit Montag in Nürnberg vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, über Jahre hinweg Geld ihres Arbeitgebers auf ihr eigenes Konto überwiesen zu haben. Die 52-Jährige räumte die Vorwürfe am Montag ein. Laut Anklage geht es um mehr als 2,7 Millionen Euro. Einige weitere Fälle sind strafrechtlich bereits verjährt. Sie habe das Geld für teure Handtaschen, Schuhe, Uhren und Pelzmäntel ausgegeben, sagte die Frau bei Prozessbeginn vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Es sei ein tolles Gefühl gewesen, in die Boutiquen zu gehen und von den Verkäuferinnen bevorzugt behandelt zu werden. "Das hat mir einen Kick gegeben", sagte die 52-Jährige.

Erfolgreiche Vermittlungen vorgetäuscht

Die wegen Untreue angeklagte Frau arbeitete als Buchhalterin bei einem Internetportal für Hotelbuchungen. Für jede Buchung bekam das Portal eine Provision. In fast 450 Fällen bediente sich die 52-Jährige seit dem Jahr 2006 an diesen Provisionen.

Weil ihr Arbeitgeber nur stichprobenhaft kontrollierte, fiel ihr Tun fast zehn Jahre lang nicht auf. Erst Anfang 2015 zeigte sich die Frau selbst an, weil sie befürchtete, bei einer internen Revision aufzufliegen. Die 52-Jährige bemüht sich seitdem, den Schaden wieder gut zu machen. Zivilrechtlich verlangt ihr früherer Arbeitgeber sogar fast 4,5 Millionen Euro von ihr zurück. Bei einem Notar habe sie bereits Schuldscheine über einen ähnlich hohen Betrag unterschrieben, sagte sie. Monatlich zahlt sie 800 Euro zurück, ihr Haus wird gepfändet, genauso wie die zahlreichen Luxusartikel, welche die Frau meist originalverpackt auf ihrem Dachboden gelagert hatte.

dpa

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