Fast eine halbe Million Euro ergaunert

Mann plündert Konto seines kranken Onkels: Fünf Jahre Haft gefordert

Schweinfurt - Ein 56-jähriger Mann hat womöglich die Krankheit seines Onkels schamlos ausgenutzt. Ihm wird vorgeworfen, das Konto seines Familienangehörigen geplündert zu haben.

Weil er fast eine halbe Million Euro vom Konto seines kranken Onkels für sich abgehoben hat, soll ein 56 Jahre alter Mann für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Diese Strafe hat die Staatsanwaltschaft am Freitag vor dem Landgericht Schweinfurt für den Angeklagten gefordert. Der Mann ist wegen Untreue in 238 Fällen angeklagt. Er hatte die massenhaften Abhebungen und Überweisungen nie bestritten. Er behauptete aber, dass der demente Onkel ihm das mit einer Generalvollmacht so erlaubt habe. In seinem letzten Wort vor dem Urteil kündigte der Mann bereits an, dass er Berufung einlegen werde. Das Urteil ist für 13.00 Uhr angekündigt.

Laut Anklageschrift war der Onkel im Herbst 2010 gestürzt und hatte sich ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Im Krankenhaus erteilte er seinem Neffen die Generalvollmacht - nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Mann da aber schon nicht mehr geschäftsfähig. Nachdem eine Anwältin zur gesetzlichen Betreuerin des kranken Onkels bestellt worden war, erstattete sie gegen den Neffen Anzeige. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei schließlich einen Großteil des Geldes in verschiedensten Kisten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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