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Helfer mit Herz: Söder-Ministerin ehrt Ehrenamtliche – Ludwig Prinz von Bayern hilft Ukrainern

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Von: Cornelia Schramm

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Der Prinz der guten Tat: Ludwig Prinz von Bayern hat die Staatsmedaille für Soziale Verdienste bekommen. Mit seiner Initiative „Learning Lions“ unterstützt er junge Menschen in Kenia. Jetzt hilft er auch in der Ukraine.
Der Prinz der guten Tat: Ludwig Prinz von Bayern hat die Staatsmedaille für Soziale Verdienste bekommen. Mit seiner Initiative „Learning Lions“ unterstützt er junge Menschen in Kenia. Jetzt hilft er auch in der Ukraine. © Marcus Schlaf

Sozialministerin Ulrike Scharf hat sozial engagierte Bayern mit einer Medaille ausgezeichnet. Unter ihnen ist aus Ludwig Prinz von Bayern. Er engagiert sich in Afrika und der Ukraine.

München – Kurz huscht Ludwig Prinz von Bayern ein Lächeln über sein Gesicht. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) hat dem 39-Jährigen auf Schloss Nymphenburg gerade die Staatsmedaille für Soziale Verdienste verliehen. Jetzt tauchen Fotografen den Prinzen in Blitzlicht. Ganz recht ist ihm der Rummel nicht. Das merkt man. „Eigentlich schade, dass so eine Medaille immer nur einer Person angesteckt wird“, sagt er. „Ich freue mich, nehme die Auszeichnung aber stellvertretend für die vielen Helfer an, die hinter mir stehen.“

20 Ehrenamtliche vom Hilfsverein Nymphenburg richten gerade wieder Hilfsgüter zusammen. Bald geht es mit Lastwagen in die Ukraine nach Czernowitz. „Die Helfer packen Überlebenspakete für Menschen im Kriegsgebiet, darunter viele Binnengeflüchtete“, sagt Prinz Ludwig. „Sie brauchen zum Beispiel Wasserfilter, Erste-Hilfe-Artikel und Handy- und Taschenlampenakkus, die sich per Kurbel aufladen lassen.“

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Ukraine-Krieg: Hilfsverein Nymphenburg liefert Survival-Pakete

Gleich zu Beginn des Krieges in der Ukraine brach Prinz Ludwig an die rumänisch-ukrainische Grenze auf, um zu helfen. Inzwischen war er auch schon in der Ukraine, um die Umverteilung der Pakete zu organisieren. „Von Mensch zu Mensch kann man gut vertrauen“, sagt er. „Auf Papier funktioniert das nicht so gut.“ Daher ist es dem Prinzen wichtig, selbst vor Ort zu sein und Hilfsnetzwerke aufzubauen.

Gerade ist er nach einem Monat in Kenia zurück in Bayern. Auch in Afrika engagiert er sich. Mitten in der Wüste hat er 2015 die Schule „Learning Lions“ aufgebaut. Junge Menschen lernen dort, wie man Internetseiten und Computeranimationen entwickelt und sie international vermarktet. Google und Ebay etwa unterstützen die Initiative. Und einmal im Jahr sammelt Prinz Ludwig auf dem 24-stündigen „Löwenmarsch“ von Schloss Kaltenberg bis Schloss Hohenschwangau Spenden dafür.

„Es ist ein Privileg, mir meine Zeit frei einteilen zu können. Ich weiß, dass nicht jeder durch die Welt reisen und helfen kann“, sagt Prinz Ludwig. „Aber ich weiß auch, dass jeder helfen kann.“ Zuletzt waren es Schüler, die für seine Ukraine-Hilfe gespendet hatten. „Bissl was geht immer“, scherzt Prinz Ludwig, wird dann aber ernst. „Wer hilft, muss seine Möglichkeiten kennen und braucht einen langen Atem, um das, was er anfängt, auch zu beenden.“ Die Hilfsbereitschaft der Deutschen für die Ukraine sei überwältigend. „Ich hoffe, das bleibt so, der Krieg wird uns wohl noch länger begleiten.“

Ulrike Scharf (CSU): „Sie sind Vorbilder für unsere Gesellschaft“

Auf Schloss Nymphenburg war der Prinz am Freitag in guter Gesellschaft. Sozialministerin Scharf hatte die Medaille für Soziale Verdienste 14 weiteren Bayern verliehen. „Sie sind Charaktermenschen und Vorbilder für unsere Gesellschaft“, sagte Scharf. Zu Tränen gerührt war Barbara Stamm, ehemals Landtagspräsidentin und heute Landesvorsitzende der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. „Wenn Menschen spüren, dass man sie liebt, lieben sie auch“, sagte die 77-Jährige.

Auch Dagmar Wöhrl, stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland, ist unter den Geehrten. Ihr Sohn starb 2001 im Alter von 13 Jahren, woraufhin sie die Emanuel-Wöhrl-Stiftung, die Kindern in Not hilft, gründete. Wegen ihres persönlichen Schicksals – sie sitzt im Rollstuhl – setzt sich auch Benediktiner-Schwester Mirjam Ullmann ehrenamtlich für Menschen mit Behinderung ein. Sie ehrte Scharf ebenso wie Helene Nestler. Die 66-Jährige engagiert sich für die AWO-Nachbarschaftshilfe im Kreis München. (sco)

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